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Kerken
Via Stenden: Asylunterkunft wird geschlossen

Kerken. Die Einrichtung wurde wegen Brandschutzauflagen geräumt. Jetzt muss Kerken selbst für Räume sorgen.

Die Zukunft der Via Stenden als zentrale Unterbringungseinrichtung vom Land NRW war ungewiss. Jetzt aber ist es beschlossene Sache: Das ehemalige Hotel wird künftig nicht mehr als Asylunterkunft betrieben. Das hat der Kerkener Bürgermeister Dirk Möcking gestern erfahren: "Die Befürchtung war da, dass die Via Stenden geschlossen wird - wegen der baulichen Schwierigkeiten. Der Aufwand, das wieder herzurichten war wohl zu hoch."

Anfang Juni hatte die Bezirksregierung Düsseldorf die Via Stenden räumen lassen. Die untergebrachten Flüchtlinge da mussten innerhalb von drei Tagen ihre Sachen packen und sind in andere Unterkünfte in der Umgebung gebracht worden. Grund waren Brandschutzbestimmungen. Die zu erfüllen hätte bedeutet, noch mal in das Gebäude zu investieren, um es als Unterkunft zu erhalten.

Aktuell geht das Land NRW allerdings dazu über, die eigenen Unterbringungseinrichtungen eher zurückzufahren und die Kapazitäten dem Bedarf anzupassen. Und weil in den vergangenen Wochen immer weniger Geflüchtete nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind, braucht das Land gerade viele der geschaffenen Plätze nicht mehr.

Die Gemeinde Kerken stellt die Entscheidung aus Düsseldorf jetzt vor eine große Aufgabe. Denn die Flüchtlinge, die in der Via Stenden untergebracht waren, wurden auf die Quote der Gemeinde angerechnet. Das heißt, sie musste selbst kaum eigene Unterkünfte schaffen. Das wird sich jetzt ändern. Bürgermeister Möcking rechnet mit etwa 220 Geflüchteten, die die Gemeinde nach und nach unterbringen muss: "Wir bereiten uns jetzt darauf vor. Sobald die Via Stenden offiziell geschlossen ist, werden wir sukzessive Zuweisungen bekommen."

Für die Gemeinde bedeutet das nicht nur eine finanzielle Herausforderung. Standorte für Flüchtlingsheime zu finden, ist oft schwierig und langwierig. Sollte sich die Gemeinde dafür entscheiden, Unterkünfte zu bauen, braucht sie dafür Grundstücke, die ebenso geeignet wie verträglich sind.

Bisher sind in Kerken nur einige einzelne Geflüchtete untergebracht, wie auf der Hochstraße in Aldekerk und in der ehemaligen Winternamer Schule. Ausreichen wird das allerdings nicht. Neue Unterkünfte werden kommen, das ist sicher. Wo und wie werden Politik und Verwaltung nun bald beraten.

(see)
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