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Geldern
Viele Fragen zum Bahnhof bleiben offen

Geldern: Viele Fragen zum Bahnhof bleiben offen
FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Geldern. Die Gelderner Anlage ist Teil der Modernisierungsoffensive 3. Der Bahnsteig 2 soll verändert werden. Und die seit langem gesperrte Fußgängerüberführung verschwindet. Nur wann und für wie viel Geld, das weiß die Bahn noch nicht. Von Michael Klatt

Die Bahn geht in die Offensive. Wieder mal. Genauer: in die Modernisierungsoffensive (MOF) 3. Einer der 35 Bahnhöfe, die Bahn, Bund und Land aufhübschen und barrierefrei gestalten wollen, ist der in Geldern. Da liegt einiges im Argen. "Wann kommt denn die tolle rostige Brücke weg, und wann wird der Bahnsteig auf der Seite Finanzamt runderneuert?", fragt zum Beispiel Klaus Hermsen auf Facebook.

Wann was wie kommt, das weiß die Bahn auch nach der groß angelegten MOF-3-Pressekonferenz nicht. "Neubau Bahnsteig 2, Modernisierung Bahnsteigausstattung", ist für den Gelderner Bahnhof nüchtern aufgelistet. Viel mehr vermochte DB-Sprecherin Annika Neumann gestern auch nicht mitzuteilen. "Die Sitzbänke sollen besser werden, die Beschilderung deutlicher", sagte sie. Und es komme zu einer umfangreichen Erneuerung des Bahnsteigs 2, also dort, wo die Fahrgäste auf den Niersexpress in Richtung Krefeld und Düsseldorf warten.

Die Stadt hat da, neben der Modernisierung der Ausstattung, deutlichere Vorstellungen, wie Pressesprecher Herbert van Stephoudt mitteilte. Er wies auf die Überbreite des Bahnsteigs hin. Wünschenswert sei der Rückbau auf das erforderliche Maß, "so dass es möglich wäre, die Flächen für die ,Park & Ride'-Anlage auf der Seite des Niersparks sinnvoll zu nutzen". Die schäbigen Oberflächen des Bahnsteiges bedürften einer Modernisierung. Und der Bahnsteig müsse so angepasst werden, dass Barrierefreiheit entsteht. Van Stephoudt: "Derzeit entsteht beim Ein- und Ausstieg an der westlichen Bahnsteigkante noch immer eine Stufe."

Über die Investitionssumme und den Zeitplan für die Modernisierung des Gelderner Bahnhofs konnte die Pressesprecherin nichts sagen. Nur, dass bis 2023 alle MOF-3-Maßnahmen umgesetzt sein sollen. Und das für die einzelnen Bahnhöfe, je nach Umfang der Arbeiten, eine bis 17 Millionen Euro ausgegeben werden. "Die Planungen werden jetzt erst ausgeschrieben, daher sind keine genaueren Angaben möglich."

Die Fußgängerüberführung über die Gleise, von der RP 2006 als zweitfieseste Brücke Gelderns tituliert, soll verschwinden. Das ist auch aus Sicht der Stadt wünschenswert. Das Bauwerk überspanne die Gleise "völlig nutzlos", schreibt Stadtsprecher van Stephoudt. Der Rückbau erfolge aber unabhängig von MOF 3, wie Annika Neumann betonte. Die Planungen dafür laufen, aber ansonsten sei alles offen.

Dabei sind die Tage dieses Monstrums schon seit zehn Jahren gezählt. Im Juni 2006 beschlossen die Gelderner Politiker den Neubau einer Unterführung für Radfahrer und Fußgänger am Bahnhof als Startschuss für die Entwicklung des Niersparks. Im Dezember 2010 wurde die Unterführung freigegeben. Schon zuvor war die Brücke gesperrt worden.

Quelle: RP
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