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Geldern
Vier Herausforderer für Favorit Spreen

Geldern: Vier Herausforderer für Favorit Spreen
Jordi Preußer tritt für die Partei "Die Linke" an. FOTO: Archiv
Geldern. Morgen ist es soweit: In den 16 Kommunen des Kreises Kleve wird der neue Landrat gewählt. Die Wahlbeteiligung droht auf ein historisches Tief nach der Minus-Marke von 48,28 Prozent 2014 abzustürzen. Morgen Wahlparty im Kreishaus. Von Anja Settnik und Jürgen Loosen

Der Wahlkampf ist so gut wie vorbei - manches Plakat beginnt sich schon aufzulösen. Und es scheint unwahrscheinlich, dass einige von ihnen noch 14 Tage durchhalten müssen bis zu einer möglichen Stichwahl. Vier Herausforderer versuchen, den amtierenden Landrat und klaren Favoriten Wolfgang Spreen (60) zu stürzen. Spreen ist schon zweimal mit mehr als 57 Prozent der Stimmen auf den Sessel des Verwaltungschefs im Kreis Kleve gehoben worden. Trotzdem: Vier Männer, allesamt mit ihrer Partei im Rücken, legen es darauf an. Sie wollen ein Ende der CDU-Herrschaft im Kreis und den langjährigen Chef der Verwaltung loswerden.

Da ist zum einen Jürgen Franken, 52-jähriger Kandidat der SPD. Franken ist in seiner Heimat Kranenburg Fraktionschef und SPD-Vorsitzender, seit dem Ausscheiden von Roland Katzy führt er auch die Kreistagsfraktion seiner Partei. Bildungspolitik, Jugendarbeit und kommunale Finanzen sind die Schwerpunkte des Diplom-Finanzwirts. Es ist davon auszugehen, dass er Wolfgang Spreen einen erheblichen Batzen Stimmen kosten wird. Aber wie viele, das ist kaum vorherzusagen, zumal drei weitere Parteien eigene kandidaten in den Ring schicken.

Dr. Ludwig Ramacher ist als Wachtendonker im Norden so wenig bekannt wie Jürgen Franken es bisher im Südkreis war. Natürlich hat auch er die vergangenen Monate genutzt, um diesen Makel auszugleichen. Ramacher ist interessant, weil er Positionen bezieht, die nicht jeder von einem Grünen erwarten würde. Er ist Chemiker und ein Mann aus der Wirtschaft; wer Spreen nicht will, für den könnte der 58-Jährige eine durchaus wählbare Alternative sein.

Wer kennt nicht Dietmar Gorißen, den 57-jährigen Rechtsanwalt aus Kleve? Von Wahlplakaten lächelte der FDP-Mann schon häufig herab. Als Landrat bewirbt er sich zum vierten Mal. "Spreen so viele Stimmen abnehmen wie möglich" ist sein Anspruch. In eine eventuelle Stichwahl zu geraten glaubt er ebenso wenig, wie das Jordi Preußer annehmen kann. Der 66-jährige Fraktionschef der Linken / Piraten im Kreistag lebt in Geldern und ist nicht zuletzt kulturell aktiv - unter anderem spielt der Australien-Fan Didgeridoo. Die Linke hat im Kreis Kleve allerdings nur wenig Zulauf.

Erneut leicht gestiegen ist die Zahl der Wahlberechtigten im Kreis Kleve: 260 125 Bürger, die mindestens 16 Jahre alt sind, dürfen morgen an die Urne, davon sind immerhin 4362 oder 1,68 Prozent so genannte Erstwähler, die meisten übrigens in Wachtendonk mit immerhin 2,24 Prozent. Einen Wahlschein für die Briefwahl bekamen 20351 Wahlberechtigte, was einem Anteil von durchschnittlich 7,81 Prozent kreisweit entspricht. Die höchste Quote mit 10,25 Prozent gab es in Wachtendonk, besonders niedrig hingegen ist die Quote in Straelen und Bedburg-Hau. Das indes liegt daran, dass in den beiden Kommunen kein Bürgermeister zur Wahl steht und "nur" die Stimme für den Landrat abgegeben werden kann. Tatsache jedenfalls ist, dass auch die Briefwähler-Quote darauf hindeutet, dass es am Sonntag zum Schaden für die Demokratie eine historisch niedrige Wahlbeteiligung geben wird. Die Minus-Marke liegt bei 48,28 Prozent im Vorjahr.

Spannend wird's trotzdem, und deshalb lädt die Kreisverwaltung ab 17.30 Uhr zur Wahlparty ins Kreishaus ein. Auf zwei großen Leinwänden werden die eingehenden Wahlergebnisse der Landrats- und Bürgermeisterwahlen gezeigt. Darüber hinaus kann sich jeder Interessierte bei der Infobörse über alle Wahlergebnisse informieren. Außerdem können landesweite Wahlergebnisse auf einem großen Flachbildschirm verfolgt werden. Jeder Interessierte ist im Maywaldsaal, Nassauerallee 15 -23, willkommen. Besucher werden gebeten, den Haupteingang links am Prinz-Moritz-Park zu nutzen. Für Getränke und einen kleinen Imbiss ist gesorgt.

Quelle: RP
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