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Gelderland
Vier Prozent Dividende für Mitglieder der Volksbank

Gelderland. Bei der Vertreterversammlung der Volksbank an der Niers war von einem Plus bei Einlagen und Krediten zu hören. Von Anja Settnik

Die Mitglieder der Volksbank an der Niers dürfen sich auch für das Jahr 2015 wieder über die Auszahlung einer Dividende für ihre Einlagen freuen: Bei der Vertreterversammlung der Volksbank im Gocher Kastell erfuhren 250 Gäste, dass der Anteil an der Gewinnausschüttung vier Prozent betragen wird. Ansonsten führten die Vorstände Wilfried Bosch und Johannes Janhsen aus, dass die Volksbank trotz Niedrigzinsphase und einengender Regulatorik weiterhin ein gesundes Geldinstitut ist. Und dass der Genossenschaftsgedanke heute wie eh und je seine Berechtigung hat, betonte im abschließenden Vortrag auch die Gastrednerin Prof. Theresia Theurl.

"Im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb, Niedrigzinsniveau und Regulatorik hat sich die Volksbank an der Niers für die Zukunft aufgestellt", betonte der Vorstand. Das im vergangenen Jahr aufgestellte Maßnahmenpaket "Zukunft gestalten" sei der richtige Weg, den künftigen Herausforderungen zu begegnen. Die Politik fördere das bewährte System der regionalen Wirtschaftskreisläufe nicht mehr. Europäische Zentralbank und Politik hätten die Zinsen praktisch abgeschafft. "Welchen Wert hat also Geldvermögen noch?" Zwar seien Investitionen billig, aber es bestehe die Gefahr, enorme Risiken einzugehen. Die Regionalbanken müssten nun ebenso wie die Sparer gut überlegen, wie sie ihr Geld anlegten.

Dass Bosch dennoch optimistisch ist, liege an der "Veränderungsbereitschaft" seiner Bank. Um die Mitglieder noch besser zu unterstützen, habe man umfassend in die Kundenberatung investiert. Schulung und Training der Mitarbeiter würden intensiv betrieben. Bosch und Janhsen betonten, aus dem Sparer von früher werde mehr und mehr der Geldanleger. Der richtige Mix aus Sicherheit und Rendite sei gefragt - die von der Bank betreuten Kundengelder wiesen im Jahr 2015 einen neuen Höchststand auf.

Das Kundenkreditvolumen der Voba ist um 4,8 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro angewachsen. Auch bei den Kundeneinlagen konnte ein Plus verzeichnet werden; 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr, insgesamt 1,9 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme der Volksbank an der Niers betrug Ende vergangenen Jahres 2,2 Milliarden Euro - dies entspreche einem Plus von 1,8 Prozent. Der Jahresüberschuss lag erwartungsgemäß, wie Bosch betonte, leicht unter dem Vorjahreswert. "Er ermöglichte aber weiterhin eine deutliche Stärkung des Eigenkapitals. So sei es möglich, den Mitgliedern und Kunden weiterhin günstige Darlehen zu bieten und viele soziale, kulturelle und sportliche Projekte zu fördern. "Mehr als 500 Vereine und Einrichtungen wurden mit 430.000 Euro ausgestattet. Mit der Spendenplattform "Niersfunding" wurden auch im gesellschaftlichen Engagement neue Wege beschritten. Den Vertretern dankten Bosch und Janhsen "für das gute Miteinander und den ehrlichen Austausch".

Passend zum zuvor Gehörten referierte Prof. Theurl, die Volkswirtschaft an der Universität Münster lehrt, über die Herausforderungen und Zukunftschancen der Genossenschaftsbanken. Sie forderte dabei sowohl Mut zur Veränderung ein, betonte aber auch, dass nicht alles durch Wechsel und Flexibilität besser werden müsse. Verlässliche Konstanten wie bei der fest verwurzelten Voba würden von den meisten Kunden ebenfalls geschätzt.

Quelle: RP
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