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Geldern
Virtuoses Duo in der vollen Tonhalle

Geldern. Geigerin Nathalie Schmalhofer und Pianist James Maddox spielen Mozart und Ravel.

Mit mehr als 100 Besuchern war die "Serenade" in der Tonhalle der Kreismusikschule zum Konzert von Nathalie Schmalhofer (Violine) und James Maddox (Klavier) komplett gefüllt. Die stellvertretende Schulleiterin Anne Giepner freute sich über die große Resonanz und versprach ein abwechslungsreiches Programm.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts "Sonate für Klavier und Violine in B-Dur, KV 454", 1784 in Wien entstanden, eröffnete das Duo sauber, technisch einwandfrei und mit persönlicher Ausstrahlung. Die Annäherung an jeden der vier Sätze war variabel und führte zu einer höchst facettenreichen Konfrontation des Werkes. Schmalhofers Spiel dominierte vom klaren Klang, kam ohne viel Vibrato aus und vermittelte eine Intensität, die sich mit dem warmen Anschlag des Pianisten in perfekter Klangbalance zu einer wunderbar flexiblen Einheit verband. Bernd Alois Zimmermanns "Kleine Suite", ein dreisätziges Werk, erschien im ersten Satz abwechselnd ergreifend und energisch, mal jazzig, mal flüssig und singend. Die Phrasierung der 21-jährigen Violinistin im "Capriccioso" passte genau. Fröhlich und galoppierend tänzerisch spielte sie authentisch emotional mit solider Bogentechnik das "Intermezzo". Die manische Dringlichkeit, die sie und James Maddox am Klavier im ersten Satz geschaffen hatten, war absolut reizvoll, und obwohl die Melodie oft eckig war, behielt ihre Bogentechnik immer einen Sinn für Lyrik bei. Viele angenehme Dissonanzen waren mit leidenschaftlicher Intensität zu bewundern, die den Zuhörer von den ineinander verschlungenen Linien der Musik schwebend dahin trugen.

Die "Légende Op. 17", ein Vorzeigewerk des polnischen Geigenvirtuosen Henryk Wieniawski, beginnt mit einer kurzen kraftvollen Einführung bevor es mit einem Violinsolo eine weiche, melodische Linie findet. Die Stimmung des Stücks ändert sich mit einem marschartigen Motiv im Solo-Violinpart in eine schnell absteigende chromatische Tonleiter, bevor es in skalaren und arpeggio artigen Passagen im Decrescendo auf einem hohen G endet.

In der Konzertrhapsodie "Tzigane" von Maurice Ravel, die von ungarischer Zigeunermusik exotisch-folkloristisch inspiriert war, zeigte sich eine besonders gelungene Umsetzung der feurig-temperamentvollen Sätze. Überzeugend waren sowohl die virtuosen Soli von Nathalie Schmalhofer als auch die Zusammen- und Wechselspiele, wobei die Musiker nicht nur die zum Vortrag notwendige technische Souveränität darboten, sondern auch ihre Freude am Spiel zum Ausdruck brachten.

Begeisterter Applaus der Gelderner Zuhörer war den beiden Musikern sicher.

(usp)
 
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