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Gelderland
Volksbank vor weiteren Veränderungen

Gelderland: Volksbank vor weiteren Veränderungen
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Gelderland. Dass die Volksbank an der Niers sieben ihrer 27 Geschäftsstellen schließt, ist auf viel Kritik gestoßen. Auch aus heutiger Sicht sei die Entscheidung richtig gewesen, heißt es von der Bank. Andere Maßnahmen sollen Zukunft weiter gestalten. Von Antje Seemann

Die Volksbank an der Niers will sich für die Zukunft aufstellen. Unter dem Slogan "Voba Zukunft gestalten" setzt die Bank verschiedene Maßnahmen um. Ein großes Thema ist dabei die Digitalisierung und mit ihr das bargeldlose Zahlen. Die Online-Banking-Seite hatte 2015 insgesamt 2,9 Millionen Aufrufe, 1,4 Millionen waren es in der Mobile-Banking-App für Smartphones und Tablet-PCs. Mit "Paydirekt" und neuen Banking-Apps wollen sich die Banken gemeinsam stärker im Online-Geschäft aufstellen.

Ab diesem Herbst sollen die VR-Bankkarten der Volksbank an der Niers außerdem standardmäßig Chips bekommen, die nicht nur bargeld-, sondern auch kontaktloses Zahlen ermöglichen. Außerdem hält die Bank auch schärfere Sicherheitsmaßnahmen in ihren Geschäftsstellen für notwendig, nachdem in Twisteden einer ihrer Automaten gesprengt wurde. "Wir sehen hier eine Gefährdungslage. Deshalb haben wir an einigen Stellen Gitter angebracht und Gasmeldeanlagen in die Automaten installiert. Einige Stellen sind nachts auch geschlossen," sagt Vorstandsmitglied Wilfried Bosch. Geprüft wird auch, ob die Bank für bestimmte Leistungen Gebühren erheben soll, wie etwa die Annahme von Münzgeld.

Eine Maßnahme, die Kunden und Mitglieder gleichermaßen kritisiert haben, befindet sich gerade in der Umsetzungsphase: Die Zusammenlegung mehrer Filialen. Die in Kervenheim ist bereits seit dem 4. April geschlossen, Kunden und Mitarbeiter müssen nun in die Geschäftsstelle nach Winnekendonk. Weitere folgen in den nächsten Wochen, zum Beispiel die Geschäftsstelle in Hartefeld. Die wird mit der in Geldern zusammengelegt, die in Pont mit Walbeck. Wetten, Wankum und Kessel werden auch dicht gemacht.

Diese Entscheidung hält Vorstandsmitglied Johannes Janhsen aber nach wie vor für richtig: "Die Entwicklung hat uns bestätigt." Mit dem vergangenen Jahr ist die Bank, trotz eines schwierigen Umfeldes, nämlich zufrieden. 2015 konnte die Volksbank an der Niers ihre Bilanzsumme um 1,8 Prozent steigern, auf nun 2,2 Milliarden Euro. "Damit sind wir eine der großen Volksbanken deutschlandweit", sagt Janhsen weiter. Auch die Kunden- und Mitgliederentwicklung sei positiv.

Dabei war das vergangene Jahr ohnehin kein leichtes für die Finanzbranche. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bekommen auch die Banken im Gelderland zu spüren. Wilfried Bosch schimpft auf die aktuelle Geldpolitik: "Das ist eine Enteignung der Sparer. Vor allem für die private Altersvorsorge ist die Geldpolitik der EZB Gift." Welche Folgen das hat, wird man, laut dem Bankvorstand, erst in vielen Jahren spüren. Akut merkt die Bank die Geldpolitik jetzt schon im Verhalten ihrer Kunden. "Der Sparer wird zum Anleger", sagt Bosch. "Das Wertpapiergeschäft hat deutlich zugenommen. Auch das Immobiliengeschäft hat sich gut entwickelt." Immobilien am Niederrhein seien nach wie vor gefragt, sagt Janhsen. 2015 hat sich das Kreditvolumen der Bank um 67 Millionen Euro auf 1,86 Milliarden Euro erhöht.

Quelle: RP
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