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Straelen
Voßeler und Landfrauen diskutieren über TTIP

Straelen. Geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den USA auch wichtiges Thema für die Landwirtschaft.

TTIP ist wohl eins der bisher meistdiskutierten und -kritisierten Abkommen, das Deutschland betreffen wird, und mit dem die EU und die USA ihre Handelsbeziehungen neu gestalten wollen. Schiedsgerichte, Gefährdung des Rechtssystems oder der Abbau von Handelshemmnissen und Wachstum sind vermeintliche Vor- und Nachteile, die enorm polarisieren.

Aus diesem Grund hatte sich der Rheinische Landfrauen-Verband (RhLV) vorgenommen, die Thematik zu diskutieren - und zwar in Bezug auf die Bereiche, die auch die Themengebiete der Landfrauen betreffen könnten. "Fest steht, dass ein staatliches Abkommen selten derartig emotional diskutiert wurde", sagte Margret Voßeler, Präsidentin des RhLV aus Issum, im Rahmen der Diskussionsrunde in Straelen.

Dazu waren einige Experten eingeladen, die mit den Landfrauen die Vor- und Nachteile des Handelsabkommens diskutierten. Mit von de Partie waren Anne Jacobs-Schleithoff vom Bundeswirtschaftsministerium, Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucherzentrale NRW, Dr. Wilhelm Klümper vom Deutschen Bauernverband in Brüssel und RhLV-Vizepräsidentin Jutta Kuhles, die die Debatte gleichzeitig moderierte. Jacobs-Schleithoff bezog hierbei eindeutig Stellung für TTIP. Sie stellte heraus, dass die deutsche Wirtschaft massiv vom Handelsabkommen profitieren würde.

Dem Ministerium sei vor allem wichtig, dass europäische Standards erhalten bleiben. Auch Punkte wie das vielerorts kritisierte Schiedsgerichtsverfahren seien bereits überarbeitet worden.

Schuldzinksi erwähnte lobend, dass das Verhandlungsverfahren durch den öffentlichen Druck viel transparenter geworden sei. Er warb dafür, die besten Regelungen dies- und jenseits des Atlantiks beizubehalten, kritisierte jedoch die schwammige Begriffsführung in den Verhandlungstexten. Dr. Klümper warb wiederum für stabile Handelsbeziehungen zwischen der EU-Landwirtschaft und den USA und unterstrich dabei die Bedeutung des amerikanischen Marktes für die Landwirtschaft.

Zuletzt vertrat Voßeler auf dem Podium die Landfrauen, die bereits einige Vorarbeit in Form von Publikationen und Infomaterialien geleistet hatten. Sie stellte heraus, dass TTIP auf landwirtschaftliche Produkte einen weniger großen Einfluss nehmen wird, als in anderen Bereichen der deutschen Wirtschaft. Dies läge hauptsächlich daran, dass in erster Linie bereits verarbeitete Lebensmittel exportiert würden.

Quelle: RP
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