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Wachtendonk
Wachtendonks tänzerische Visitenkarte

Wachtendonk: Wachtendonks tänzerische Visitenkarte
Immer lächeln, auch nach den fünf kraftraubenden Minuten des Haupttanzes. Selbst das wird, neben den Schrittfolgen, von "Feel Jeck" zweimal pro Woche trainiert. Mitunter gibt Gisela Peeters (vorne links) Hinweise. FOTO: kds
Wachtendonk. Gerade mal seit einem Jahr ist die Tanzgarde "Feel Jeck" zusammen. Wo sie auftritt, ernten die jungen Frauen und Männer Beifallsstürme und "Zugabe"-Rufe. Ein Besuch beim Training in der Gaststätte "Sandkaul". Von Michael Klatt

Die Melodien aus der Lautsprecherbox gehen ineinander über. Die "Schöne Maid" ist sekundenlang zu erkennen, irgendwann später der "Kölsche Jung". Sechs Männer und fünf Frauen sind zur Musik dauernd in Bewegung. Bilden eine Reihe, formieren sich zum Kreis, werfen die Beine nach vorne, machen Überwürfe und Hebefiguren, bei denen man Angst bekommt, jemand könnte sich an den Deckenbalken den Kopf stoßen. Einer Tänzerin wird es so warm, dass sie die rote Trainingsjacke auszieht. Nicht zum ersten Mal an diesem Abend vollführen die Elf die Schrittfolgen. Es ist Training im kleinen Saal der "Sandkaul", und die Mitglieder von "Feel Jeck" feilen an ihrem Haupttanz.

Erst seit einem Jahr ist die Tanzgarde der Wachtendonker Karnevalsgemeinschaft (WKG) zusammen. Sie ging aus der Garde von Prinzessin Renate I. hervor. Dass die Tänzerinnen auch die Partner fanden, die mehr als nur applaudierendes Beiwerk sein wollten, liegt nicht zuletzt am Prinzessinnen-Sohn David Eymael. "Ich habe gefragt, wer nicht nur klatschen, sondern auch mittanzen möchte." So kam es, dass jetzt 13 Tänzer zwischen 21 und 30 Jahren zur Truppe gehören. Sie sind eine Clique, Freunde zum Teil seit dem Kindergarten, manche Paare sind dabei.

Doch Zusammenhalt und gleiche Wellenlänge sind das eine. Es muss aber auch tänzerisches Vermögen hinzu kommen. Das Schlüsselerlebnis hierfür war ein Workshop, den die "Feel Jeck"-Mitglieder im Frühjahr 2015 in Kleve mitmachten. "Das war sehr anstrengend. Wir wurden von Schritten und Bewegungen überschüttet und mussten alles koordinieren und dabei im Takt bleiben", erinnert sich Jörg Blum (25). An diesem Wochenende wurde der Grundstein gelegt, danach in Wachtendonk weitergeübt, wo im Herbst ein weiterer Workshop allein für Hebefiguren folgte.

Das Ausarbeiten der Choreographie ist Sache aller Tänzer, wobei es mit Katharina Bechler, Jenny Eymael und Mona Janssen ein Trio gibt, das grundlegende Vorarbeiten leistet. "Wir überlegen uns Lieder, von denen die endgültigen für den Haupttanz und die Zugabe dann gemeinsam ausgewählt werden", berichtet die 24-jährige Mona Janssen. "Wichtig ist, dass es gefällt", ergänzt die 25-jährige Katharina Bechler. Und beim fünfminütigen Haupttanz muss es eine Mischung aus alten und neuen Karnevalsliedern sein. Für die zweieinhalbminütige Zugabe ist die Auswahl frei. Und immer geht es äußerst flott zur Sache. "164 Beats pro Minute ist das klassische Garde-Tempo", weiß Janssen. Und wenn in der Choreographie etwas missfällt, wird umgestellt, manchmal nach langen Diskussionen.

"Weiter, weiter, weiter", macht David Eymael der Pause ein Ende. "Garde aufgestellt zum Tanzen", ruft er. Mit festen Marschtritten geht jeder auf seine Position. "YMCA" klingt durch den Raum. Im Takt werfen alle die Beine, klatschen mit den Händen über den Köpfen, immer lächelnd. Und wenn einer mal das Lächeln vergisst, bekommt er die entsprechende Aufmunterung durch Gisela Peeters, die aufmerksam zuschaut. Sie sei die "Funken-Mama", sagen die "Feel Jeck"-Tänzer.

Sechs Auftritte haben sie in ihrer ersten Session absolviert. Überall mit guter Resonanz, großem Jubel und "Zugabe"-Rufen. Diesen zweiten Tanz sehen alle relativ entspannt, von Beifall umrauscht und voller Adrenalin. "Das fällt mit der Zeit leichter, man hat eine ganz andere Motivation, noch einen dranzuhängen", sagt die 28-jährige Stefanie Rütters. Mindestens zehn Auftritte warten bis Aschermittwoch noch. Danach geht es mit dem Krafttraining weiter. "Und wir überlegen dann, was man noch verbessern kann", sagt Katharina Bechler. Denn zufrieden sei man nie.

www.feel-jeck.de

Quelle: RP
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