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Geldern
Waldfreibad droht das Aus

Geldern: Waldfreibad droht das Aus
Luftaufnahme des Waldfreibades in Walbeck. FOTO: Privat
Geldern. Die bald beginnende Saison ist gesichert. Doch 2013 tritt der Vorstand des Waldfreibades zurück. Definitiv. Deshalb werden jetzt dringend Nachfolger gesucht. Sonst müsste die Stadt die Anlage schlimmstenfalls verkaufen. Von Lutz Küppers

Ein Horrorszenario: 2013 tritt der amtierende Vorstand des Trägervereins des Walbecker Freibades, der Bäderverein, zurück. Eine neue Vereinsführung wird – trotz 600 Mitgliedern – nicht gefunden.

Der Stadt als Eigentümerin, die 2003 aus Kostengründen die damals marode Anlage in die Hände der Ehrenamtler übergab, bleibt keine Wahl: Da die Haushaltslage nicht rosig ist, verkauft sie das mittlerweile in Top-Zustand befindliche Bad – an einen Investor. In Walbeck wird daraufhin ein Teil des Waldes, in dem sich die Bewohner so gerne erholen, abgeholzt. Denn die neue Ferienanlage, die um das sanierte Freibad gebaut wird, benötigt Platz.

Wirklich nur ein Horrorszenario? Wenn es nach René de Jong geht, leider nicht. Denn der Vorsitzende des Bädervereins, der seit Beginn der Rettung vor zehn Jahren die Zügel in der Hand hält, sieht dunkle Wolken aufziehen. "Ich will mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn wir nicht bald ein halbes Dutzend Freiwilliger finden, die die Nachfolge von mir und meinem Stellvertreter Dieter Bachmann übernehmen", so der Niederländer, der seit vielen Jahren in Walbeck wohnt.

Fakt ist: Der Bäderverein hat mit finanzieller Zuwendung der Stadt (500 000 Euro) ehrenamtlich die Ärmel hochgekrempelt. Bis jetzt zehn Jahre lang. Für 1,75 Millionen Euro ist saniert, renoviert und repariert worden, was das Zeug hält. Weil die ursprünglich 17 Leute so viel in ihrer Freizeit gearbeitet haben. Becken, Technik, Duschen, Toiletten, Grünanlagen – alles ist wieder in Schuss. Doch mittlerweile sind nur noch einige wenige von dieser Truppe übrig. Und auch der Geschäftsführende Vorstand will nicht mehr.

"Unsere Arbeit ist mit der vollständigen Sanierung getan", begründet de Jong den Schritt des Vorstandes. Jetzt sollen andere ran, so der gelernte Banker. Zumal die neuen Verantwortlichen ein Bad für fünf Jahre übernehmen könnten, das sie erst mal nur verwalten müssten. "Dabei sind wir gerne behilflich", so der Bäderverein-Boss. Das Problem: Bisher hat sich noch niemand gemeldet. Und das macht dem amtierenden Vorstand Sorgen.

Sorgen, die auch Ulrich Janssen teilt. Doch bevor die Stadt das sicherlich für Investoren interessante Bad tatsächlich verkaufen würde, gebe es noch einige alternative Denkmodelle, so der Bürgermeister weiter. So könne das Rathaus die Verwaltung übernehmen, wenn der Betrieb weiterhin ehrenamtlich gewährleistet wird. Wobei immer die Politik entscheidet, was mit dem Bad passiert. Auch den Verkauf könnte nur der Rat beschließen. Doch so weit muss es ja nicht kommen. Wer die Walbecker kennt . . .

www.waldfreibad-walbeck.de

Quelle: RP
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