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Geldern
Waldfreibad wird winterfest

Geldern: Waldfreibad wird winterfest
Bädervereinsvorsitzender René de Jong beteiligt sich an den Arbeiten, das Bad winterfest zu machen, und fährt eine frisch gestrichene Pumpe in den Unterstand. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Die Gäste sind längst weg. Doch die Arbeit für den Bäderverein Walbeck geht nahtlos weiter. Derzeit sind die Ehrenamtler unter anderem mit Reparaturen beschäftigt. An fast jedem Tag. Von Lutz Küppers

Von Sonne und Badehosen keine Spur. Der Wind und Regen peitscht er über das riesige Gelände am Walbecker Freibad. Doch wer hier in diesen Tagen nun Stille und absolute Einsamkeit hinter den Zäunen vermutet hätte, ist schief gewickelt.

Denn in der überdachten, offenen Außen-Umkleide treffen sich regelmäßig mehr als über ein Dutzend Rentner, die pinseln, hämmern, ausbessern oder einfach reparieren, was das Zeug hält. "Dazu gibt es neben Kaffee auch schon mal ein Feierabend-Schnäpschen", erklärt René de Jong. Dabei muss der Vorsitzende des Bädervereins, der mächtig stolz auf seine ehrenamtlichen Helfer ist, lachen. Arbeit, gerade freiwilliges Engagement, darf eben auch Spaß machen.

Denn es gibt viel zu tun. Hunderte Meter Gummiplanken haben die Helfer bereits in den verschiedenen Becken angebracht. Jeweils an zwei Seiten. Von innen. "Das hilft uns, die Bassins eisfrei zu halten und schützt auch die Kacheln", erklärt de Jong. Denn das Wasser bleibt den Winter über in den Becken. Als Schutz vor der Witterung.

Chlorgasanlage

Szenenwechsel. "Chlorgasanlage" steht in großen Lettern auf der abgeschlossenen Stahltür. Was sich hier einige Meter tiefer an Pumpen, Filtern und Rohren befindet, ist schon beachtlich. Dichtungen wollen geschmiert, Pumpen gestrichen werden. "Vor der Winterpause müssen beispielsweise alle Rohre gespült und mit Chlor desinfiziert werden", erklärt de Jong die Arbeit der vergangenen Wochen. Arbeit, die noch lange nicht zu Ende ist.

Denn Spieltürme im Kinderbecken wollen frostsicher verpackt werden. Fast jede Bank schleifen die Rentner ab und streichen sie neu. Gleiches gilt auch für die Bretter des Sprungturms, die schon auf ihre "Abreibung" warten. Oder die XXL-Luftkissen, denen mit Schrubber und Hochdruck zu Leibe gerückt wird. Wie im kommenden Frühjahr auch wieder.

Verständlich, dass die Stadt Geldern den Bäderverein im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt. "Und auch weiter unterstützen müsste", blickt de Jong einem bald anstehenden Besuch des Rates optimistisch entgegen. Denn nach acht Jahren in Eigenregie hat das Team in der vergangenen Saison erstmals leicht-rote Zahlen eingefahren – im Gegensatz zu den 400 000 Euro Miesen, die zuvor unter städtischer Regie gemacht wurden. 50 000 Euro wünscht sich der Verein jetzt. Als Betriebskostenzuschuss. Und für Reparaturen.

Geld, das die Stadt aber als gute Investition ansehen sollte. Denn seit der Übernahme wurden aus dem Stadtsäckel 500 000 Euro ins Bad gepumpt. 1,5 Millionen hat der Verein laut de Jong erwirtschaftet und investiert.

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(RP/rl)
 
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