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Geldern
Welche Schulform gewinnt in Geldern?

Geldern. Die Eltern sollen sagen, auf welche Schule sie in ihrer Stadt ihre Kinder schicken wollen. Nächste Woche startet eine groß angelegte Befragung. Die Stadt glaubt und hofft, dass die Gesamtschule breite Zustimmung findet. Von Sina Zehrfeld

Gymnasium, Realschule, Sekundar- oder Gesamtschule: Die Familien sollen äußern, welche Schulen sie sich für Geldern wünschen. "Noch vor den Ferien möchten wir gerne wissen: Wie ist das Votum der Eltern?", sagt Bürgermeister Sven Kaiser. Denn auf der Grundlage dieses Stimmungsbildes muss die Politik entscheiden, ob es dabei bleibt, dass - wie bislang geplant - 2018 in Geldern eine Gesamtschule gegründet wird. Und auch darüber, ob die Realschule an der Fleuth erhalten bleibt oder nicht.

Die Politik und die Stadtverwaltung wollen eine Gesamtschule für Geldern. Der Schul-Gutachter Heinfried Habeck hat das auch dringend empfohlen. Doch das Meinungsbild, das über die Elternbefragung eingeholt werden soll, soll nicht übergangen werden, wie Bürgermeister Sven Kaiser betont: "Der Elternwille wiegt sehr schwer."

Die Fragebogen mitsamt Info-Briefen gehen Anfang kommender Woche an alle Eltern von Erst- bis Drittklässlern sowie Vorschulkindern im letzten Kita-Jahr heraus.

Wie die Konsequenzen wären, wenn die Eltern nicht für die Gesamtschule votieren? "Das werden wir dann in der Politik besprechen", so Kaiser knapp. Einen "Fahrplan" für diesen Fall gibt es nicht. Man habe aber die Hoffnung - und zwar die "berechtigte" Hoffnung, wie Schul-Dezernent Helmut Holla ergänzt - dass es nicht dazu kommt. Seit Jahren schon werde er gefragt: "Warum gibt es keine Gesamtschule in Geldern?", so Holla. Und Bürgermeister Kaiser bestätigt, auch er habe nach Gesprächen mit Eltern und Lehrern den Eindruck, es gebe diesen Bedarf.

Die Stadtverwaltung lädt zudem für Dienstag, 20. Juni, zu einer Info-Veranstaltung speziell zur Gesamtschule ein. Referenten sind Michael Cuypers, Rektor der Gesamtschule Kevelaer-Weeze, und Mattias Otto, zuständiger Fachdezernent der Bezirksregierung.

Das soll keine "Werbung" für die Gesamtschule sein, betont Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt: "Es geht nicht darum, eine Schulform zu präferieren." Aber die Schulen, die es in Geldern bereits gibt, seien schließlich bekannt. Das "System Gesamtschule" hingegen müsse vielleicht noch erklärt werden. Bürgermeister Sven Kaiser hält sich mit Ratschlägen an die Bürger betont zurück. "Da soll jedes Elternteil für sich überlegen: Was ist die geeignete Schulform für mein Kind?", sagt er.

Die wichtigste Voraussetzung für die Errichtung einer Gesamtschule ist keine niedrige Hürde: Es sind im Gründungsjahr 100 Anmeldungen von Kindern aus Geldern nötig. Zugleich braucht die sehr beliebte Realschule an der Fleuth aber auch 56 Anmeldungen, um fortbestehen zu können. Und der ganze Jahrgang ist im angestrebten Gründungsjahr 2018 insgesamt 270 Kinder stark.

Scheitert die Gesamtschule allerdings, droht ein Problem. Denn die Sekundarschule ist auf Sicht in ihrer Existenz bedroht, weil es zu wenig Anmeldungen gibt. Sollte sie auslaufen, dann gäbe es in Geldern ohne die Gesamtschule gar kein Angebot mehr für Kinder, die die vierte Klasse mit einer Hauptschul-Empfehlung beenden.

Der Info-Abend zum Thema "Gesamtschule" ist am Dienstag, 20. Juni, ab 19 Uhr in der Aula des Lise-Meitner-Gymnasiums, Friedrich-Nettesheim-Weg 6-8. Eingeladen sind alle Eltern der Grund- und Vorschulkinder, aber die Veranstaltung ist öffentlich. Es darf jeder kommen, der sich für das Thema interessiert.

Quelle: RP
 
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