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Geldern
Weniger Bewerber an der Hochschule

Geldern: Weniger Bewerber an der Hochschule
Graue Wolken über der Hochschule. Auch das Wetter sorgte gestern nicht unbedingt für bessere Laune auf dem Campus-Gelände. FOTO: Markus van Offern
Geldern. Zum Stichtag haben sich weniger Studenten angemeldet, als noch im Vorjahr. Die Hochschule rechnet noch mit Nachzüglern - hat als erste Reaktion aber schon einen Ausgabestopp für Mittel aus dem Hochschulpakt verfügt. Von Ludwig Krause

Heute ist eigentlich der Stichtag: Bis zum 15. Juli können sich Studenten normalerweise für das neue Wintersemester 2017/2018 an der Hochschule Rhein-Waal einschreiben. Nur haben das offenbar weniger gemacht, als die Hochschulleitung gehofft hatte. "In der Tat haben bisher die Bewerbungen der deutschen Studierenden noch nicht das Niveau des Vorjahres erreicht", bestätigt die Hochschul-Präsidentin Heide Naderer auf Nachfrage.

Im Vorjahr waren schon die Einschreibezahlen deutlich zurückgegangen. Für das vergangene Wintersemester meldete die Hochschule 1100 "Erstis" zu Semesterbeginn. Im Jahr davor waren es noch 1700. Damals begründete man den Schwund noch mit einer "Normalisierung" nach dem Abitur-Doppeljahrgang. Bundesweit ist der Trend an Fachhochschulen eigentlich ein anderer: Dort steigen die Zahlen der Erstsemester seit Jahren an.

Konkrete Zahlen nennt die Hochschule für das Wintersemester 2017/2018 noch nicht. Weil es noch keine finalen Zahlen gebe, wie Naderer sagt. Dass aber die Anmeldezahlen bisher geringer ausfallen als zum Stichtag im Vorjahr, begründet die Hochschule mit den späten Sommerferien in Nordrhein-Westfalen. "Dadurch endet das Schuljahr viel später als in den Vorjahren. Somit erhalten die Schüler auch ihre Abschlusszeugnisse später und werden sich unter Umständen auch erst später für ein Studium entscheiden", sagt Naderer.

Die Hochschule rechnet jetzt noch mit Nachzüglern, die Bewerbungsphase hat man um einen Monat verlängert. "In den vergangenen Jahren haben wir unser Onlineportal über den offiziellen Bewerbungsschluss hinaus für kurzentschlossene Studienbewerber offen gehalten. Auch in diesem Jahr werden wir Interessierten diese Möglichkeit geben und gehen davon aus, dass die Zahlen noch deutlich ansteigen werden", sagt Naderer. "Die Anzahl der bisher eingegangenen Bewerbungen ist keineswegs besorgniserregend und zeigt auch, dass sich das Interesse für die einzelnen Studiengänge im gleichen Maße entwickelt wie in den vergangenen Jahren." Dennoch hat das bisher verhaltene Interesse der Studenten schon ganz konkrete Auswirkungen.

So hat der scheidende Hochschulkanzler Karsten Koppetsch bereits vorsorglich die finanzielle Handbremse gezogen. "Es handelt sich nicht um eine Haushaltssperre, sondern lediglich um einen vorläufigen Ausgabenstopp im Bereich der zusätzlich zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Hochschulpakt", sagt Koppetsch. Das Land NRW hat mit den Hochschulen Zahlen vereinbart, wie viele Studenten diese über einem Soll als Basiszahl aufnehmen wollen. Schaffen sie die gesteckten Ziele, erhalten die Hochschulen zusätzliche Mittel aus dem Hochschulpakt III. Wie Anfang des Jahres berichtet, hatte die Hochschule ihre Prognosen zuletzt schon knapp verfehlt.

"Zum jetzigen Zeitpunkt ist es geboten, vorsichtig zu agieren. Sollte es möglicherweise zu weniger Einschreibungen kommen als prognostiziert, werden weniger Mittel zur Verfügung stehen", sagt Koppetsch. "In Vorbereitung auf den bisher geplanten Anstieg der Studierendenzahlen sind diverse Maßnahmen vorgesehen, die bei geringeren Einschreibungen nicht mehr erforderlich sind. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sollte daher abgewartet werden, wie sich die Studierendenzahlen final entwickeln."

Die Nachricht, dass die Zahl der Bewerbungen deutscher Studenten noch nicht das Niveau des Vorjahres erreicht hat, trifft die Hochschule zu einem Zeitpunkt, an dem eigentlich über Studenten aus dem Nicht-EU-Ausland diskutiert wurde. Mehr als 40 Prozent der über 6000 Studenten in Kleve und Kamp-Lintfort kommt aus dem Nicht-EU-Ausland. Die neue Landesregierung hatte beschlossen, für genau diese Gruppe Studiengebühren einzuführen.

Quelle: RP
 
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