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Geldern
Wenn Hasendiebe den Reichtum wittern

Geldern. Es geht ums Haben oder nicht Haben, um gestohlene Juwelen und den Verzehr ebenso gestohlener Nagetiere. Die Veerter Laienspielgruppe bringt "Kaviar und Hasenbraten" auf die Bühne, mit Witz und Freude am Spektakel. Von Anke Kirking

Die Laienspielgruppe St. Martin Veert steht wieder auf den Brettern die die Welt bedeuten. Bis einschließlich Sonntag gibt die Truppe das Stück "Kaviar und Hasenbraten". Donnerstag war Premiere.

Die neun Schauspieler zeigen sich in ihren Rollen als perfekte Klischees eines Geschlechterverständnisses von vor 50 Jahren. Wo Männer sich noch bedienen lassen und die Frauen den Haushalt schmeißen müssen. Aber das ist nur ein Randmotiv in dem bunten Treiben rund um das Thema "Haben und nicht haben".

Die Familie Steiner ist chronisch pleite. Vater Max, alias Heinz Kellerbach, ist selbstständiger Schlosser, der sein Geschäft aber nur nachlässig führt. Rechnungen sortiert er nach "sicher nicht" und "vielleicht". Tochter Nathalie, alias Lara Kaysers, macht eine Ausbildung zur Friseurin und verdient recht wenig Geld. Dann gibt es noch Frau Elvira Steiner, alias Lena Lenzen. Sie muss zur Mitte des Monats in der Nachbarschaft Kartoffeln leihen, damit es was zu essen gibt.

Reinhilde Hasenberger, alias Daniela Ameloh - für die Rolle kurzfristig wegen eines Krankheitsfalls eingesprungen - ist so eine Nachbarin. Reinhildes Mann Manfred Hasenberger, alias Martin Wolter, ist der beste Freund von Max Steiner. Er hat Stallhasen, um die er sich gerne und ausgiebig kümmert. Hin und wieder wird auch mal einer geschlachtet. Als es mal wieder so weit ist und vier geschlachtete Hasen bei Manfred hängen, kann Max nicht mehr an sich halten und beklaut seinen Freund.

Mit frechen Sprüchen und einer guten Portion schauspielerischer Qualität kann sich der Übeltäter gerade noch aus der Affäre ziehen, als Manfred zu Besuch kommt, während die Familie gerade den geklauten Hasenbraten essen will.

Die beiden dicken Freunde erleben weitere Abenteuer, als sie in der Zeitung vom Tod ihres gemeinsamen Freundes "Klunker Edde" lesen. Edde hat einen Juwelier überfallen und ist geschnappt worden. Denn der Dorfpolizist Rudolf Held, gespielt von Theo Hendriks, und seine Frau Waltraud Held, gespielt von Marianne Engels, haben ein wachsames Auge auf alles, was in Veert passiert.

In einem spannenden Rausch aus Situationskomik, frechen Sprüchen und Liebe zum Laienschauspiel entwickelte sich die Geschichte um Diebesgut, Freundschaft und Familie. Etwas am Rand scheinen da zunächst zwei Feriengäste zu stehen. Nikolaus Kugler, gespielt von Guido Welter, hat sich als etwas steif wirkender Gast bei Familie Steiner eingemietet. Kurz darauf taucht eine elegante Dame auf, die für reichlich Wirbel zwischen den Eheleuten Steiner sorgt. Doch Konstanze Markert, alias Leonie Dohmen, ist an etwas ganz anderem interessiert.

Es ist ein langer Abend, an dem eine Menge passiert. Mit Schauspielern, die sich nicht zu ernst nehmen. Wie zum Beispiel Max, alias Heinz Kellerbach, der einmal einen Hänger hat und die Souffleuse (Leni Kaysers) nicht versteht. Da schaut er einfach in ihre Richtung und sagt: "Was? Ich habe dich nicht verstanden?" Oder die kesse Tochter Nathalie, die Lara Kaysers so souverän spielt, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Hinter allem: Die 92-jährige Regisseurin Hanna Dohmen, die ihre Truppe auch diesmal wieder gut zusammenbrachte.

Quelle: RP
 
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