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Geldern
Werbering-Treffen: "Die Vielfalt ist der Tod des Marketings"

Geldern. "Die Vielfalt ist der Tod des Marketings". Elke Frauns betonte dies nun in Goch. Und sie fasste damit alle die Herausforderungen zusammen, vor denen Städte und Gemeinden auf dem Weg zur gewünschten und unverkennbaren "Marke" stehen. "Was unterscheidet uns faktisch von anderen? Wie erreichen wir die Menschen emotional? Welche Story erzählt der Handelsstandort?" Für gut zwei Stunden lauschten die Vorstände der im Kreis Kleve beheimateten Werberinge und Verkehrsvereine auf Einladung der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve der aus Münster angereisten Agentur-Chefin Elke Frauns, die als gebürtige Kalkarerin eindeutig wusste, in welcher Region sie an diesem Abend referierte. Eine Stadt auf dem Weg zur Profilierung als Marke müsse sich auf Qualitäten reduzieren, sich differenzieren und konzentrieren - und zwar auf das wirklich Unterscheidbare.

Eine 10.000-Einwohner-Stadt müsse nicht alles bieten, der Branchenmix allerdings sollte stimmen. Und der Dreisprung von Essen, Shoppen und Chillen sollte durchaus möglich sein, wolle man sich als Einzelhandelsstandort klassifizieren. Mit Blick auf mögliche Leerstände in der Innenstadt riet Frauns, temporäre Ansiedlungen zu forcieren. So seien Geschäftslokale zumindest für Wochen oder Monate genutzt. "Schaufenster-Kosmetik" jedenfalls sei ein wichtiges Instrument, Standorte auf hohem Niveau zu halten, ob durch Event-Nutzungen durch Sportvereine oder Kulturschaffende oder als "Gründer-Laden", in dem "Made im Kreis Kleve - Produkte" von den verschiedensten Herstellern für Wochen gemeinsam dargestellt würden. Selbst von Eintags-Läden hatte Frauns gehört, die innerhalb einer größeren Stadt stets von einem zum anderen Standort wechselten und damit zum Suchspiel für die vielleicht wachsende Kundschaft würden.

Jede Stadt und Gemeinde solle Wert darauf legen, dass die tätigen Einzelhändler dieselben verlässlichen und garantierten Kern-Öffnungszeiten hätten. Im Weiteren bot Frauns, die ihr in Münster beheimatetes Büro den Themen Kommunikation, Planung und Marketing widmet, diverse Beispiele, mit denen der Handel vor Ort auch so genannte Thementage zum Anlocken der Kundschaft auf den Weg bringen können. "Alles für Verliebte" war hier nur eine Idee, die in den Kladden der Werbering-Fachleute Raum fand.

Frauns präsentierte sich bei dieser von der Kreis-WfG durchgeführten und den Sparkassen und Volksbanken finanzierten Veranstaltungsreihe als Freundin der Print-Werbung. Ungeachtet der Bedeutung von Online-Geschäften glaubt sie nach wie vor an die Wirkung des gedruckten Wortes auf Papier. Und an die Chance, mit freundlichem und engagiertem Auftreten die Vertrauenswürdigkeit des Kunden auf dem Weg zum Stammkunden zu gewinnen.

Quelle: RP
 
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