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Straelen
Wie der Kulturring Straelen weitermacht

Straelen. Stadtrat hat Personalentscheidung getroffen: Im Rathaus soll eine Fachkraft für die Bereiche Stadtmarketing und Veranstaltungsmanagement eingestellt werden. Auch für Verkehrsverein zuständig. Bekenntnis zur Kulturarbeit. Von Michael Klatt

Alexander Voigt war schon Ende Mai zuversichtlich. "Es geht weiter mit dem Kulturring Straelen", kündigte der Vorsitzende des Vereins vor dem Gastspiel von Hagen Rether im Forum an. Eine weitere Kulturring-Veranstaltung, die ausverkauft war. Das Angebot dürfte der Kulturring im gewohnten Umfang beibehalten. Die Weichen dafür wurde allerdings nicht im Mai, sondern erst gut einen Monat später in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause gestellt. Mit den Stimmen der CDU billigte das Stadtparlament eine Änderung des Stellenplanes, welche die Einstellung einer Fachkraft für Stadtmarketing und Veranstaltungsmanagement erlaubt. Sie soll sich um die Belange nicht nur des Kulturrings, sondern auch des Verkehrsvereins kümmern.

Genau diese Schaltstelle drohte zu verwaisen. Zum 31. März schied ein Mitarbeiter im zuständigen Dezernat IV aus. Eine weitere Mitarbeiterin hat zum 30. September gekündigt, um vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Gerade diese war wichtig, um die ehrenamtliche tätigen Kulturring-Aktiven bei der Organisation zu unterstützen. Ohne eine Neubesetzung, so kündigte Voigt an, werde der Kulturring sein Angebot nicht im gewohnten Umfang aufrecht erhalten können. Ein Standpunkt, den Bürgermeister Hans-Josef Linßen im Rat vehement verdeutlichte.

Von dort erhob sich Kritik daran, dass die Stadtverwaltung laut Linßen gemeinsam mit Kulturring und Verkehrsverein den Aufgabenbereich des neuen Mitarbeiters oder der neuen Mitarbeiterin schon abgestimmt hatte und durch die Firma Expert Consult ein Anforderungsprofil für die Stelle erarbeiten ließ. "Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt", beschwerte sich Stefan Kemmerling (GO/Grüne). Seine Parteifreundin Anna Kemmerling verwies darauf, dass genau dieses Thema einige Tage später auf der Tagesordnung der interfraktionellen Arbeitsgruppe zur Haushaltssanierung gestanden hätte. "Wir sollten solange warten, wenn wir unsere eigenen Beratungen ernst nehmen", bemängelte sie die Vorwegnahme.

Demgegenüber äußerte die CDU-Fraktionsvorsitzende Britta Miltner Zustimmung zur Stellenplanänderung. "Es ist wichtig, dass die gute Arbeit des Kulturrings weiter läuft." Bürgermeister Linßen wies darauf hin, dass die Verwaltung erst nach der Kündigung der Mitarbeiterin tätig werden konnte. Durch die neue Stelle ergeben sich aus seiner Sicht Synergie-Effekte: Kulturring, Verkehrsverein und Wirtschaftsförderung werden organisatorisch und räumlich zusammengefasst. Die Einsparung an Personalkosten beziffert die Verwaltung mit annähernd 100.000 Euro jährlich. Allein für den Kulturring mache das 17.000 Euro aus.

Kulturring-Vorsitzender Voigt äußerte sich gegenüber der RP zufrieden. "Natürlich sind wir froh und glücklich, dass nach so langer Zeit endlich ein Schlüssel zur positiven Einigung zwischen der Verwaltung, der Politik und dem Kulturring gefunden ist." Vorausgegangen seien viele, zum Teil auch sehr emotionale, Diskussionen, wobei zwar nie die Leistung oder Qualität der Kulturarbeit in Straelen in Frage gestellt worden sei, aber es sei um die Verteilung der vielen Arbeit und damit der Kosten, die Kulturveranstaltungen nun einmal mit sich bringen, gegangen. "Die Stadt hat ein Interesse, Geld zu sparen, das Ehrenamt kann dabei aber zeitlich nicht auffangen, was städtische Ganztagskräfte bisher geleistet haben", blickt er auf einen Kernpunkt der Diskussion zurück.

Der Kulturring will ausprobieren, ob er mit der künftigen Personalsituation und der neuen Organisationsstruktur das Niveau halten kann. 2018 feiert der Kulturring seinen 50. Gründungstag. Voigt: "Wenn wir in dem Jahr neue und zusätzliche Glanzlichter setzen wollen, muss die neue Organisation sich eingespielt haben. Aber wir sind guten Mutes, dass es funktionieren wird." Positiv wertet er letztlich auch das Bekenntnis aller Fraktionen zur Kulturarbeit in Straelen, die als unverzichtbar eingestuft sei. Möglicherweise habe die lange Diskussion um den Fortbestand des Kulturrings auch den positiven Nebeneffekt einer erhöhten Wertschätzung und eines verbesserten Wir-Gefühls.

Quelle: RP
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