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Issum
Windhunde - irgendwie magisch

Issum: Windhunde - irgendwie magisch
Mit den Wolken um die Wette laufen, das praktizieren Kristina Kosmas und ihre Sloughis in Sevelen. FOTO: Thomas Binn
Issum. Auf dem Segelflugplatz in Sevelen ging es um Schönheit und Schnelligkeit. Der Düsseldorfer Windhund-Rennverein lud ein. Spannend sind auch die Geschichten hinter den Hunderassen. Von Bianca Mokwa

Am Ende des Tages hüpft ein kleines Windspiel übermütig in einem abgetrennten Bereich mitten im Grünen. Andere Artgenossen lassen es ruhiger angehen, liegen in der Abendsonne oder drehen eine Runde um den Platz mit ihren Besitzern an der Seite.

Die Entscheidung ist da schon längst gefallen. Ischyma Uhura ist zum schönsten Hund des Tages gekürt worden. Fast 170 Windhunde hatten sich bei der Schau den drei Richtern vorgestellt. Eingeladen hatte der älteste Windhundverein Deutschlands, der Düsseldorfer Windhund-Rennverein. "Ich habe es gehofft", sagt Evelyn Kirsch, stolze Besitzerin der Barsoi-Hündin Ischyma Uhura, über die Prämierung. So ein "Best in Show", der schönste Hund des Tages, sei als Auszeichnung ziemlich wichtig. Evelyn Kirsch ist extra aus der Nähe von Hannover angereist, um ihre Hündin in Sevelen zu zeigen.

Richter Olaf Knauber gerät ins Schwärmen. "Es gibt Hunde, und es gibt Windhunde", sagt er geheimnisvoll. Bärbel Rottmann, Vorsitzende des Düsseldorfer Windhund-Rennvereins, versucht, das Magische in Worte zu fassen. "Windhunde sind keine Hunde. Das sind ganz besondere Wesen, die haben etwas Katzenhaftes. Sie sind autark und keine Befehlsempfängerhunde." Gezüchtet wurden die Windhunde auf der ganzen Welt, um das landesübliche Wild zu jagen. Dem wird mit einem Rennen Rechnung getragen, dem Coursing. Natürlich läuft da kein echter Hase über das Feld. Aus der langen Geschichte der Windhunde ergibt sich deren Vielfalt. Die reicht vom Irischen Wolfshund über die Afghanen bis zu den schlanken Sloughis, die ursprünglich aus Marokko kommen.

Die Teilnehmer sind für den Wettbewerb aus ganz Deutschland, den Niederlanden und Belgien angereist. Auch die Richter sind international. Neben Knauber aus Deutschland bewerten noch Renée Devaux aus der Schweiz und Louis Dehaes aus Belgien. Alle Richter sind auch Züchter und damit Rassespezialisten, erklärt Knauber.

Was macht Ischyma Uhura denn nun zur Schönsten des Tages? Bei der Endausscheidung war es ziemlich eng gewesen zwischen der Barsoi-Hündin und einem Greyhound. "Die stolze Haltung, was typisch Greyhound ist, der großrahmige, kräftige Bau", nennt Richter Olaf Knauber, womit der Zweitplatzierte punkten konnte. "Der Barsoi, der war in der Bewegung unheimlich toll." Dafür drehten Besitzer und Hund gemeinsam eine Runde im leichten Trab vor den Richtern. "Es geht darum, wer kommt dem Ideal des Rassestandards am nächsten", erklärt Knauber, worauf der Blick der Richter ruht. Für das Windspiel ist etwa das "gänseblümchenschneidende Gangwerk" bezeichnend, wenn die Pfoten flach über den Boden fliegen. Knauber lobt den Einsatz der Hundehalter. "Die Teilnehmer scheuen keine Kosten und Mühen. Die stehen sehr früh auf, um am Ende des Tages einen Pokal zu erhalten."

"Man möchte auch gewinnen", sagt Kristina Kosmas aus Düsseldorf. Und das hat ihr Rüde Feltou Ksar Ghilane auch. Das Italienische Windspiel wurde "Best of Breed"(BOB), also als bester Hund seiner Rasse ausgezeichnet. "Was zählt, ist der olympische Gedanke", nennt Bärbel Rottmann ihre Herangehensweise an den Wettebewerb. Obwohl der Sieg der Whippet-Hündin Nouria vom kleinen Berg (großartig präsentiert von Bärbel Rottmanns 80-jähriger Mutter Doris Kleineberg) in der Jugendklasse ihr schon das Herz aufgehen ließ.

Wie ist es denn, wenn der Richter nicht den eigenen, gerade vorgeführten Hund auf dem vordersten Platz sieht? "Dann ist das so. Für den Besitzer bleibt es der Beste, Schönste, Liebste", sagt Bärbel Rottmann. Sie genießt die entspannte Atmosphäre, die einem Klassentreffen ähnelt, zwischen grünen Wiesen und ganz vielen Windhunden auf dem Gelände des Sevelener Segelflugplatzes.

Quelle: RP
 
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