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Wilfried Bosch
"Wir wollen den Vereinen helfen"

Geldern. Mit Niersfunding bietet die Volksbank an der Niers im Internet eine Plattform, damit sich lokale Vereine Wünsche erfüllen können. Wilfried Bosch vom Vorstand erklärt, wie durch das Projekt Ehrenamt und Zusammenhalt gefördert werden.

Wie oft schauen Sie persönlich auf der Internetseite des Niersfundings nach?

Wilfried Bosch Ich informiere mich täglich über den aktuellen Stand. Es ist enorm, wie das Angebot angenommen wird. Aber ich schaue nicht nur im Internet nach, sondern werde auch persönlich auf unser Angebot für die Vereine, das Niersfunding, angesprochen. Der Begriff Niersfunding ist abgeleitet vom Crowdfunding. "Crowdfunding" steht für Schwarm oder eine Menge Menschen, die finanziell ein Projekt unterstützen möchten. Die Idee scheint zu funktionieren. Ich glaube, wir haben mit dem Niersfunding den Nerv der Zeit getroffen.

Wie hilft das Niersfunding den Vereinen und warum?

Bosch Die Vereinslandschaft ist am Niederrhein von ganz großer Bedeutung. Wir wollen Vereine unterstützen. Das wird in Zeiten knapper Haushaltskassen immer wichtiger. Mit dem Niersfunding nutzen wir dazu neue digitale Möglichkeiten. Über die neuen Medien helfen wir Vereinen, sich zu präsentieren. Wir sind also nicht nur direkt Sponsor, sondern bieten zudem die Plattform, um möglichst viele Spender zu aktivieren. Von uns gibt es noch Geld obendrauf. Für jeden gespendeten Betrag ab fünf Euro geben wir zehn Euro, das sind bis zu 1000 Euro pro Projekt.

Wie viele Vereine machen bisher beim Niersfunding mit?

Bosch Wir sind mit fünf Vereinen gestartet. Wir erhalten regelmäßig Anfragen von weiteren Vereinen, die diese Chance nutzen wollen, um ihre individuellen Projektideen umzusetzen. Dass unsere ersten beiden Infoveranstaltungen restlos ausgebucht waren, zeigt uns, wie groß das Interesse ist. Im Januar bieten wir deswegen zwei weitere Informationsveranstaltungen an.

Die Aktion Niersfunding ist kein Selbstläufer. Das sieht man daran, dass es die Kessler Jugend leider nicht geschafft hat, in zwei Wochen genügend Fans zu gewinnen.

Bosch Den Vereinen obliegt die primäre Kommunikationsarbeit, wir liefern die Plattform, um ihre Projekte vorzustellen. Die Vereine müssen ihren Wunsch bei Vereinsmitgliedern und in der Bevölkerung weiter vorantreiben. Mit der Fangewinnung wird eine gewisse Vorauswahl getroffen, ob überhaupt ein Interesse an dem Projekt besteht. Das ist eine gewisse Hürde, die aber auch nötig ist. Wir wollen möglichst erfolgreiche Projekte unterstützen. Man muss auf die Vereinsmitglieder zugehen, das ist das A und O.

Nach der Fangewinnung geht es in die nächste Phase, die Finanzierung, das Sammeln von Spenden. Die Phase ist gerade gestartet. Gibt es schon erste Prognosen?

Bosch Es sind zwar erst ein paar Tage der Finanzierungsphase verstrichen, aber man merkt, das geht nicht so schnell, wie die Fangewinnung. Deswegen sind dafür 90 Tage angelegt. 90 Tage, die die Vereine haben, um möglichst viele Menschen für ihr Projekt zu begeistern, die auch Geld spenden. Für die Spender besteht kein Risiko. Der Spender erhält sein Geld zurück, wenn das Projekt nicht zustande kommt, wenn es also zu wenige Spender gibt.

Außer Geld, was bringt das Niersfunding den Vereinen noch?

Bosch Wenn Menschen bereit sind, in die Projekte mit zu investieren, dann geht es dabei auch um die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements der Vereine. So ein gemeinsames Projekt bringt auch noch einmal richtig Leben in die Vereine. Das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt nach dem Motto: Viele schaffen mehr. Das Niersfunding ist außerdem die Gelegenheit, einen Verein in der Öffentlichkeit, vor allem im eigenen Ort, noch einmal richtig bekannt zu machen. Indirekt werden möglicherweise dadurch auch neue Mitglieder für den Club gewonnen.

Was hat der Spender davon, wenn er das Projekt eines Vereins unterstützt?

Bosch Das Niersfunding ist aktive Vereinsförderung. Der Spender weiß genau, wofür das Geld verwendet wird. Im Internet kann er außerdem in Echtzeit mitverfolgen, wie es um das Projekt steht, wie viele Spenden schon eingegangen sind. Darüber hinaus bekommt er von den Vereinen ein ideelles, oft sehr kreativ gestaltetes Dankeschön, oder eine Spendenquittung. Die Spender werden namentlich genannt, anonym spenden, auch das ist selbstverständlich möglich.

DIE FRAGEN STELLTE BIANCA MOKWA.

Quelle: RP
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