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Geldern
Wunderbarer Jazz im intimen Rahmen

Geldern: Wunderbarer Jazz im intimen Rahmen
Zum Wohnzimmerkonzert gastierten Ali Haurand und Nicolas Simion mit dem European Jazz Ensemble im Gelderner Nierspark. FOTO: Thomas Binn
Geldern. Bei den Wohnzimmerkonzerten erhielt das Publikum diesmal einen Einblick in die Klangwelten des European Jazz Ensemble. Von Christoph Kellerbach

Das "Wohnzimmerkonzert" am Nierspark 16 in Geldern ist nun schon seit einiger Zeit ein absoluter Geheimtipp für die Freunde von erstklassiger Musik. So fand am Sonntagabend dort zum sechsten Mal eine Session statt, bei der dieses Mal die erfahrenen Jazz-Profis Ali Haurand (72) und Nicolas Simion (57) begeisterten. Mit Saxophon, Klarinette und Co. entfesselten die beiden Künstler ein wunderbares Klangspektrum, welches das mit knapp 30 Besuchern voll belegte "Wohnzimmer" direkt von der erste Minute an einnahm. "Jazz ist einfach die richtige Art von Musik, um kreativ zu sein", meinte Nicolas Simion. "Man kann improvisieren, man kann Neues versuchen. Es ist unglaublich frei und man kann einfach man selbst sein. Denn schließlich geht es darum, sich wohlzufühlen."

Das ist auch die beste Beschreibung für den gesamten Abend. Denn der etwas gedrängte, aber ungemein familiäre Charakter des "Wohnzimmerkonzerts" wirkte auf angenehme Weise so ungezwungen, so gemütlich und gleichzeitig im besten Sinne so kreativ und frei, wie man es sich nur wünschen konnte.

In der Küche direkt neben dem Wohnzimmer gab es für die Besucher einen Happen zu Essen sowie etwas zu Trinken und insbesondere die Organisatoren Rainer Leigraf und Susanne Aust-Schaffrath trugen zu dem gelungenen Gefühl dabei. Man fühlte sich direkt willkommen, kam sich direkt vor wie ein Teil einer Gruppe und fühlte sich richtiggehend direkt heimisch. Dass dabei dann auch noch eben zwei absolute Meister ihres Faches für schwelgende Jazz-Nummern sorgten, das hat den Abend dann natürlich perfekt gemacht. Aus gesundheitlichen Gründen konnte leider der geplante Auftritt von Gerd Dudek nicht stattfinden, aber Nicolas Simion war ein mehr als nur gelungener Ersatz.

Das Zusammenspiel zwischen ihm und Ali Haurand war ein reines Vergnügen. Beide überließen dem anderen immer wieder das musikalische Feld, um eigene Elemente einzubringen. Zu keiner Zeit kamen sich die zwei in die Quere. Im Gegenteil, immer wieder ergänzten sie sich wunderbar, immer wieder baute der jeweils andere Künstler auf das auf, was sein Gegenüber gerade gebracht hatte. Mit gekonnten Rhythmuswechseln wurde alles verbunden - die Zuschauer waren begeistert.

Es wäre dennoch schön, wenn in Zukunft das "Wohnzimmerkonzert" vielleicht in einen ähnlich gemütlichen, aber etwas geräumigeren Spielort umziehen könnte, denn sowohl die Organisatoren, als auch die Musiker hätten einen größeren Rahmen verdient. "Wir müssen schauen, was die Zukunft bringt", verriet Rainer Leigraf, der in verschiedensten Funktionen seit Jahren den Jazz im Speziellen und die Musik im Allgemeinen in der ganzen Welt begleitet.

"Aber als nächstes steht erst einmal eine Ausstellung an, bei der Porträts und persönliche Gedanken von Rock- und Jazzgrößen der letzten 20 Jahre präsentiert werden. Von Santana bis Coldplay. Das Ganze wird wohl irgendwann um den Jahreswechsel herum stattfinden", sagt Leigraf.

Quelle: RP
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