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Geldern
Wunderland: "All in" jetzt mit Schnaps-Bremse

Geldern. Wer Tages- oder Wochenendpauschalen im "Wunderland" bucht, muss neuerdings für harte Sachen extra zahlen. Von Anja Settnik

"All in" ist nur für diejenigen günstig, die mit richtig viel Appetit zulangen - beim Essen und eben auch beim Trinken. Wer sich Kalorien und Promille nur in Maßen zuführt, zahlt meist unnötig viel. Darüber beklagten sich immer wieder auch die Gäste des Kalkarer "Wunderlandes", sagt dessen Geschäftsführer Han Groot-Obbink. Da er sowieso seit geraumer Zeit darüber nachdenkt, wie er seinem Gastronomiebetrieb zu einem besseren Image verhelfen kann, drängte sich die Idee förmlich auf: "Wir führen ein ,All in light' ein", beschloss Groot-Obbink. Neuerdings ist in der Essen-und-Trinken-Pauschale Hochprozentiges nicht mehr enthalten. Wer Schnaps, Whisky oder Longdrinks wünscht, muss extra zahlen. Zwei Euro werden fällig, die gegen entsprechende Münzen eingetauscht werden.

"Die Gäste reagieren gut darauf", hat der Wunderland-Chef erfahren. Was sicher auch damit zu tun habe, dass vermehrt Familien übers Wochenende kommen und gar nicht mehr so häufig die klassischen Kegelclubs. Groot-Obbink ist das recht, denn er hat einige unschöne Szenen in Erinnerung, auf die er gut verzichten könne. "Ich habe erlebt, dass ein Krankenwagen kommen musste, weil ein Mann einfach nicht wusste, wann er genug hatte. Das gefällt nicht nur mir nicht, das hält auch manche Leute ab, zu uns zu kommen", meint er.

Nun wolle "Wunderland" die Gäste (die das nötig haben) vor sich selbst schützen. Auch unter dem Gesichtspunkt Verschwendung sei das klassische "all in" fragwürdig. "Häufig wurden Gläser geordert, die dann halb voll auf dem Tresen stehen bleiben. Das macht keinen Sinn und ist nicht zeitgemäß." Aus Urlaubshotels mit Essen in Buffetform kennt man es: die Teller hoch gefüllt, ein Großteil bleibt übrig und muss entsorgt werden. Auf die Erwachsenen dezent pädagogisch einzuwirken, das traut sich die "Wunderland"-Mannschaft zu. Bei den Kindern hingegen sind die Eltern für die Erziehung zuständig. Deshalb wird sich am Versorgungskonzept im "Kernie's" nichts ändern. Auch in dieser Saison dürfen sich also die kleinen und die großen Gäste des Freizeitparks so viel Pommes, Erfrischungsgetränke und Softeis einverleiben, wie sie zu vertragen glauben. "Wir haben probeweise mal versucht, frische Säfte und belegte Brötchen gegen Extra-Bezahlung anzubieten, aber das kam überhaupt nicht an", bedauert Groot-Obbink. In diesem Jahr will er ausprobieren, ob für Kibbeling aus der Fischbude ins Portemonnaie gegriffen wird.

Quelle: RP
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