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Geldern
Wunderland mit Schwung in die Saison

Geldern: Wunderland mit Schwung in die Saison
Früher Kühlturm - heute der Platz für das Kettenkarussell: Hier dreht man sich auf 58 Meter Höhe. FOTO: G. Evers
Geldern. Zu Pfingsten erlebte der Familienpark in Kalkar-Hönnepel sehr starke Besucherzahlen. Während der Woche allerdings bleibt die Tür ab und zu geschlossen. Geschäftsführer Groot Obbink entwickelt sein Unternehmen Schritt für Schritt. Von Anja Settnik

Han Groot Obbink macht sich eine Menge Gedanken um Marketing und Unternehmensphilosophie. Das tut er als Vorsitzender des Werberings "Kalkar aktiv", aber natürlich ebenso sehr, wenn es um sein "eigenes" Unternehmen geht: Der Geschäftsführer vom Wunderland Kalkar hält in beiden Bereichen viel davon, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. So, wie Kalkar sich auf seine Stärken besinnen sollte, findet Groot Obbink, dass auch das Wunderland, das in den Anfangszeiten sehr skeptisch beäugt wurde, mit Stolz betrachtet werden darf. 275 000 Gäste zählte er im vergangenen Jahr, und auch 2015 laufe es recht gut. Allerdings nicht durchgängig, und deshalb ist der Freizeitpark nicht an jedem Tag geöffnet.

"Wenn manchmal nur 100 Gäste am Tag kommen, ist das zu wenig. Deshalb haben wir montags und mittwochs außerhalb der Ferienzeiten meist geschlossen", erklärt Groot Obbink. An den Pfingsttagen, zumal das Wetter gut war, brummte das Geschäft: "Da hatten wir 8000 Besucher." Schön sei, wenn es im Park noch gemütlich sei und die Leute nicht Schlange stehen müssten. Bis zu 4500 Personen pro Tag seien das rechte Maß. Dass er sich mit Efteling oder dem Phantasialand nicht vergleichen kann, ist dem Geschäftsführer klar. "Aber der Eintritt in unseren Park kostet ja auch nicht 40, sondern im Schnitt 22,50 Euro. Und da ist die Verpflegung mit Pommes, Eis und Getränken schon enthalten. Für Familien ist das ein starkes Angebot." Bis zum Ende der Herbstferien stehen die Fahrgeschäfte und sonstigen Attraktionen im Park den Gästen zur Verfügung.

Vertriebschefin Stephanie Fischer und Han Groot Obbink. FOTO: van Offern

Dass Reiseportale als virtuelle Marktplätze den Eintritt ins Wunderland deutlich günstiger anbieten - zum Beispiel für 15 Euro - stört Han Groot Obbink nicht. "Das ist kein Problem, wichtig ist für uns die Reichweite. Und die besonders günstigen Angebote gibt es ja nicht in der Hochsaison, sondern nur zu weniger frequentierten Zeiten." In den kommenden Monaten gilt also eher der Tageskassen-Preis. Schulklassen und andere Gruppen kommen übrigens immer günstiger in den Park. Auch die Internetseite räumt Käufern einen Rabatt ein. Seit 2001 hat sich der Ferienpark positiv entwickelt - nur 2013 gingen die Besucherzahlen bei langfristig schlechtem Wetter zurück. Um flexibel zu sein, arbeitet das Wunderland (inklusive Hotel und Veranstaltungsbereich) mit 135 festen Mitarbeitern, aber 345 Aushilfen. "Die werden zu den stärksten Tagen auf bis zu 650 aufgebaut." Wegen des Mindestlohns muss Groot Obbink künftig deutlich mehr Leute beschäftigen, da ein 400-Euro-Jobber demnächst weniger Stunden arbeitet. Aushilfen zu finden sei kein Problem, wohl aber der Fachkräftemangel. "Wir suchen dringend Leute für die Systemgastronomie, außerdem Elektriker und Leute für den Messebau."

Han Groot Obbink hat viele Ideen und kann sich im Wunderland noch manche Verbesserung vorstellen. "Aber es muss auch das Geld dafür zur Verfügung stehen", stellt der vernünftige "Holländer" fest. Es sei immer wichtig, sein Unternehmen zu kennen. Dazu gehöre auch die Erkenntnis, dass es sich um keinen "Fünf-Sterne-Betrieb" handele. Viel wichtiger: für seine Klientel da zu sein und sich an deren Bedürfnissen zu orientieren. Schritt für Schritt entwickeln sich Familienpark, Hotels, Party- und Businesszentrum.

Derzeit warten die Fans von atemberaubenden Karussells auf das neue Fahrgeschäft "Condor". Der Baubeginn hat sich allerdings etwas verzögert. Der "Condor" ist ein Rundfahrgeschäft, das sich 32 Meter hoch erhebt und an seinen vier Armen jeweils sieben Gondeln in die Luft sausen lässt. Es soll auch ältere Kinder und Jugendliche ansprechen, die ansonsten dem "Kernie-Alter" langsam entwachsen.

Quelle: RP
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