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Rp-Serie Agrobusiness Präsentiert Von Den Sparkassen In Geldern, Straelen Und Goch-Kevelaer-Weeze
Zierpflanzen mit viel Hunger auf Sonne

Rp-Serie Agrobusiness Präsentiert Von Den Sparkassen In Geldern, Straelen Und Goch-Kevelaer-Weeze: Zierpflanzen mit viel Hunger auf Sonne
Hans-Peter van Megen mit seinem Sohn Thomas, der als designierter Nachfolger bereits im elterlichen Unternehmen mitarbeitet. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Im Gerbera-Betrieb Hans-Peter van Megen in Straelen zeigt sich, was Energieeffizienz im modernen Gartenbau bedeutet. Eine computergesteuerte Beleuchtung sorgt für 11,5 Stunden Licht. Außerdem entsteht ein Web-Shop für Großkunden. Von Monika Kriegel

Gelderland Das nennt man wohl Blütenpracht! 65 Farbnuancen und Blütenformen der Gerbera-Kulturen strahlen den Besuchern im Gartenbaubetrieb von Hans-Peter van Megen entgegen. Im gleißenden Licht, denn die Zierpflanze stammt ursprünglich vom afrikanischen Kontinent, wo eine lange Sonneneinstrahlung für das optimale Wachstum sorgt.

Im Straelener Familienunternehmen übernimmt diesen essenziellen Wachstumsschub eine computergesteuerte Assimilationsbeleuchtung. Und zwar für täglich 11,5 Stunden, wenn die Sonnenstunden hierzulande nicht genügen. Also überwiegend in den Monaten von November bis Februar. "Wir verbrauchen dafür stündlich etwa 580 Kilowattstunden Strom", erklärt der Inhaber in der zweiten Generation.

Zum Vergleich: Allein im Tages-Strombedarf benötigt der Gärtnereibetrieb van Megen mehr als beim Jahresbedarf eines Zweifamilienhauses. Ein enormes Volumen an Energie sowie Wärme, die durch ein eigenes, wassergeführtes Blockheizkraftwerk (BHKW) produziert wird. "Wir haben langfristige Biogasverträge unterzeichnet, was unsere Kosten als kalkulierbare Größe darstellen und uns am Markt wettbewerbsfähig bleiben lässt. Überschüssige Wärme aus dem BHKW speichern wir übrigens in einem eigenen Behälter. Durch diesen Puffer reicht die Wärme je nach Umgebungstemperatur fürs Beheizen bis zu zwei Tage", beschreibt der 54-Jährige seine zukunftweisende Investition in den Familienbetrieb, den er 1984 vom Vater Heinrich übernommen hatte.

Ein durchdachter unternehmerischer Faktor, den Karl-Heinz Canders, Firmenkundenberater der Sparkasse Straelen, anerkennt. "Wir führen in der Regel Jahresgespräche mit unseren Kunden, in denen wir ihre Pläne - meist gemeinsam mit dem Steuerberater - abstecken. Ansonsten reichen regelmäßige Telefonate. Geht es um eine größere Investition, erscheint es uns in einer guten Kommunikation wichtig, dass wir so früh wie möglich in eine Planung eingebunden werden." In der Planungsphase eines Großprojektes könne noch der eine oder andere finanzielle Tipp des Firmenkundenberaters berücksichtigt werden.

Der Gärtnermeister muss sich um die Unternehmensnachfolge seines Betriebs im Auweler Feld keine Gedanken machen. Ebenfalls schon Gärtnermeister, arbeitet Sohn Thomas van Megen inzwischen als designierter Nachfolger bereits im elterlichen Unternehmen mit. Gerade beschäftigt der Junior sich damit, einen eigenen Web-Shop für Großabnehmer online zu platzieren. "Damit wir noch zielgerichteter und schneller den Endverbraucher erreichen", erklärt der 54-Jährige die Abläufe. An manchen Tagen gehe es um Terminlieferungen, weil es sich ja um Frischware handele. Dann müsse zwischendurch noch eine Bestellung abgewickelt werden. Er stehe sowieso jeden Morgen um 5 Uhr auf. Montags, mittwochs und freitags werden die Gerbera geerntet, ganzjährig im Schnitt rund 100.000 Blumen pro Woche.

20 Jahre Anbau von Gerbera, darin liege jede Menge Erfahrung und eine gute Weiterentwicklung der Pflanzen, die etwa dreimal mehr Ertrag bringe als zu den Anfängen. Bis die erste Blüte aus einer vorkultivierten Jungpflanze gebrochen wird, vergehen sieben Wochen. Danach kann für maximal vier Jahre abgeerntet werden - je nach Sorte.

Warum im Betrieb van Megen so viele Farben und Sorten wie großblumig, Miniblüte oder Spider-Blüte wachsen?

"Das ist zum Teil abhängig von den Jahreszeiten", weiß der Unternehmer. "Gerade sind kräftige Rottöne stark gefragt, im Frühjahr geht der Trend in helle Farben wie gelb über. Und dann gibt es die verschiedensten Anlässe, zu denen die Gerbera auf die Dekoration abgestimmt werden. Eine Saisonfarbe zum richtigen Zeit auf den Markt zu bringen, das macht das gute Gespür eines erfahrenen Gärtnermeisters aus."

Quelle: RP
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