| 13.37 Uhr

Straelen
Zuflucht in Straelen

Straelen. 21 verwahrloste Schäferhunde aus Schwerin beschäftigten Martina Retthofer und Corinna Markau vom Tierhof Straelen in dieser Woche. 15 Tiere nahmen sie mit an den Niederrhein. Und haben ihnen ein neues Zuhause gegeben. Von Barbara Grofe

600 Kilometer haben die beiden Straelenerinnen Martina Retthofer und Corinna Markau mit dem Auto zurückgelegt, um 21 verwahrloste Schäferhunde zu retten. Schwerin ist nicht gerade um die Ecke, für die beiden Frauen, die auf dem Tierhof Straelen arbeiten, war es selbstverständlich, sich vor Ort zu vergewissern. „Wir haben eine Missstandsmeldung von der Tierhilfe Strasburg bekommen, und die Bilder von den Schäferhunden sahen schlimm aus. Wir waren wirklich schockiert“, erzählt die Tierliebhaberin bestürzt.

Sofort habe sie mit dem zuständigen Veterinäramt ein Treffen vor dem betreffenden Grundstück in Schwerin verabredet. Der Hundehalter selbst war nicht vor Ort, als das „Rettungskommando“ eintraf: „Der Grundstückseigentümer hat dem Besitzer ein Betretungsverbot ausgesprochen, weil er angeblich Fensterscheiben eingeschlagen und Dächer zerstört habe“, sagt Martina Retthofer. Laut Veterinäramt sei somit der Grundstückseigentümer für die Versorgung der Hunde zuständig.

Genaue Untersuchung

Ein Tierarzt wurde hinzugerufen, um alle Tiere gründlich zu untersuchen. Ergebnis des Checks: Ein Hund musste in die Schweriner Tierklinik gebracht werden, zwei andere waren in so schlechtem Zustand, dass Retthofer und Markau sie direkt mit an den Niederrhein genommen haben. Für Retthofer logisch: „Als Tierschützer will man einen Täter haben – für uns war das ganz klar der Halter, der sich nicht gekümmert hat.“

Am vergangenen Samstag haben sich die beiden Frauen wieder auf den Weg nach Schwerin gemacht. Mit einem Konvoi, um alle Hunde abholen zu können. Und diesmal war auch der Hundebesitzer vor Ort. Retthofer war perplex: „Der kannte jeden einzelnen Hund namentlich und hat ganz herzlich über seine Tiere gesprochen.“ Die Tiere hätten freundlich auf den Halter reagiert, keines hätte Angst gehabt, betonte die Tierschützerin.

Alle Schäferhunde untergebracht

Acht Tiere haben Martina Retthofer und Corinna Markau an diesem Tag mit zum Tierhof nach Straelen genommen, um sie wieder aufzupäppeln und ihnen ein Zuhause zu geben. Fünf weitere Hunde kamen in der Kleinen Arche in Straelen unter. Die anderen sind in einem Tierheim nahe Schwerin untergebracht

Auch der Besitzer der Tiere ist an diesem Tag mit an den Niederrhein gefahren, um sich zu vergewissern, dass es den Hunden gut geht. Retthofer ist sich mittlerweile sicher: „Das ist kein böser Mensch. Es muss da einen Streit zwischen dem Grundstückseigentümer und dem Halter gegeben haben. Aus Tierschützer-Sicht“, sagt sie, „ist das Thema jetzt durch. Aber deren Rechtsstreit geht sicher noch weiter.“

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Straelen: Zuflucht in Straelen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.