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Geldern
Zurück zum alten Glanz

Geldern: Zurück zum alten Glanz
Hans-Josef Dahlen und ein Stückchen Dahlenmühle: Das Mauerwerk wird nun saniert. Zuvor war es beispielsweise durch Taubenkot angegriffen worden. Gegen Feuchtigkeit wird es nun mit Spezialmörtel geschützt. FOTO: RPO
Geldern. Das Mauerwerk der Dahlenmühle in Sevelen wird saniert. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung Fertigstellung des historischen Gebäudes. Es soll als Museum nutzbar gemacht werden. Von Anna Deschke

Sevelen Der Dahlenmühle ist ihr stolzes Alter von 139 Jahren äußerlich kaum mehr anzusehen. Umgeben von Baugerüsten erstrahlt das Mauerwerk langsam wieder im alten Glanz.

Seit Anfang der Woche saniert die Firma Wevering das in die Jahre gekommene Mauerwerk der Mühle. "Wir achten darauf, die alte Substanz so weit wie möglich zu erhalten", sagt Besitzer Hans-Josef Dahlen. Dazu hat er alle Steine, die sich im Laufe der Jahre aus dem Mauerwerk gelöst haben, aufbewahrt um sie für die Sanierung wieder verwenden zu können. Nachdem bei einer ersten Renovierung im Jahr 2000 die Flügel der Mühle hergerichtet wurden, wird nun das Mauerwerk saniert – die wichtigste Maßnahme. Es soll verhindert werden, dass Feuchtigkeit in die Wände eindringt. Dazu wird ein Spezialmörtel verwendet. "Auch die ätzende Wirkung von Taubenkot macht uns zu schaffen", sagt Dahlen.

Fassaden für 70.000 Euro saniert

Für die Fassaden-Arbeiten sind sechs Wochen Arbeitszeit eingeplant. Die Kosten für diesen Sanierungsschritt belaufen sich auf insgesamt etwa 70 000 Euro. Das Land fördert die Baumaßnahmen mit 40 000 Euro. Die Gemeinde Issum wird am 30. Oktober in einer Ratssitzung über ihre Beteiligung von 23 000 Euro abstimmen. Die restlichen Kosten übernimmt der Eigentümer Dahlen.

Die Komplettsanierung soll zum 140-jährigen Jubiläum der Mühle Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein. "Das Innenleben der Mühle wird der letzte Schritt sein", sagt Dahlen. Momentan findet sich dort noch ein Rohbau. Nach der Fertigstellung möchte er die Mühle für vielfältige Zwecke zur Verfügung stellen.

"Ein Museum ist nur eine Art der möglichen Nutzung", sagt der Eigentümer. Künstler sollen die Möglichkeit haben, ihre Werke sowohl in den historischen Räumen als auch in der neu gestalteten, weitläufigen Gartenanlage auszustellen. Doch auch für andere öffentliche und private Veranstaltungen wird sie nutzbar sein.

Besonders wichtig ist für Dahlen die bis ins Jahr 1868 zurückreichende Geschichte der Mühle und ihrer Erbauerfamilie. "Es ist äußerst selten, dass eine Mühle über einen so langen Zeitraum im Besitz der gleichen Familie bleibt", sagt er.

Dahlen hat nach eingehenden Recherchen viele Fotos und sogar Aquarelle der Mühle gefunden. Diese möchte er ebenfalls im Innenraum ausstellen, um Besuchern einen Einblick in die Historie der Müllersfamilie und der Mühle selbst zu bieten.

"Ich finde es sehr spannend, mich mit der Geschichte dieses Ortes zu beschäftigen", sagt der Eigentümer.

Quelle: RP
 
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