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Geldern
Zweiter Startversuch eines Ballons ins All

Geldern: Zweiter Startversuch eines Ballons ins All
FOTO: van Offern Markus
Geldern. In dieser Woche wollen Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums es ein zweites Mal wagen, einen unbemannten Ballon in die Atmosphäre zu schicken. Mit noch mehr technischer Ausrüstung. Von Bianca Mokwa

Diesmal soll es noch höher hinausgehen - so jedenfalls sieht der Plan aus. Höher bedeutet möglichst in 38.000 Meter Höhe. Bis dahin soll der Ballon steigen, den Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums aus Geldern gemeinsam mit Physik- und Mathematiklehrer Michael Berghoff am Mittwoch oder Donnerstag vom Sportplatz aus in die Atmosphäre aufsteigen lassen wollen.

Der Ballon ist größer als beim ersten Flug. Wir erinnern uns: Im November hatten Schüler des Gelderner Gymnasiums erstmals das Experiment gewagt. Tatsächlich konnte die am Ballon in einem Karton sicher verstaute Kamera "das Schwarze vom Weltall" aufzeichnen. Diesmal ist die Box technisch noch besser ausgerüstet. Ein Datenlogger wird mit auf die Reise geschickt, der die Flughöhe, Luftdruck, Innen- und Außentemperatur sowie die Luftfeuchtigkeit misst und aufzeichnet. Dazu auch die Koordinaten, die die Position des Ballons wiedergeben. Maik aus der Jahrgangsstufe 10 kümmert sich um das unscheinbare Ding, das aus nicht viel mehr als zusammengeschweißten Platinen besteht. Später soll die genaue Flugroute rekonstruiert werden.

Wohin die Reise des Ballons gehen wird, das lässt sich allerdings vorher schwer festlegen, trotz der Angaben vom Deutschen Wetterdienst. Lehrer Berghoff hat bereits mit seinen Schülern fleißig gerechnet. Bisher lautet die Prognose: Dülmen in Westfalen. Das wäre nur 75 Kilometer Luftlinie entfernt. Da sollte der Ballon landen. Denn aufgrund des niedrigen Luftdrucks in den größeren Höhen, in die der weiße Ballon entschwebt, wird sich das Helium im Ballon immer weiter ausdehnen, bis die Hülle des Ballons platzt und das Equipment an einem roten Fallschirm langsam zum Erdboden schwebt. Mittels GPS-Ortung wird sich Berghoff dann auf den Weg machen, um den Ballon samt der Box mit den wichtigen Daten wieder nach Geldern zu holen.

Auch diesmal werde er ein Paddelboot und eine Kletterausrüstung mitnehmen, falls der Ballon im Wasser oder in den Bäumen landet, sagt der Lehrer. Die Deutsche Flugsicherung, das Luftfahrt Bundesamt und auch die Bezirksregierung sind ordnungsgemäß über den Flug ins All informiert. Jetzt muss nur noch das Wetter stimmen, möglichst regenfrei, gerne mit Wolken, denn deren Größe ließe sich prima mit der technischen Ausrichtung an Bord des Ballons berechnen, sagt Berghoff, der als Physik- und Mathematiklehrer dann natürlich voll in seinem Element ist.

Möglich ist diese praktische Unterrichtseinheit nur dank großzügiger Spenden. Der Spezialballon für den Flug ins All schlägt mit immerhin 350 Euro zu Buche, die Optik Sommer übernimmt. Das Lise-Meitner-Gymnasium übernimmt die Kosten für das Helium und den Datenlogger.

Quelle: RP
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