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Issum
Zwölf Künstler in der Dahlenmühle

Issum: Zwölf Künstler in der Dahlenmühle
Ausstellungsvorbereitung in der Dahlenmühle mit Hans-Josef Dahlen (Mitte) und den Künstlern Marlies Deutskens und Andre Wälscher. FOTO: seybert
Issum. Die Bedingungen fordern heraus. "Krumme Wände, viele rund", sagt Hausherr Hans-Josef Dahlen. Dennoch hat keiner der zwölf Künstler den Weg nach Sevelen gescheut oder bereut. Im Gegenteil, schnell kommt man ins Gespräch, einer bewundert die Arbeit des anderen. Von Bianca Mokwa

Die Art, ihre Kunst nicht an gerade Wände hängen zu können, die hat ihre Ursache im besonderen Ort. Am Pfingstmontag, 5. Juni, verwandelt sich die Dahlenmühle in eine Kunstgalerie. Motive mit viel Lokalkolorit sind zu finden, die Künstler sind zum größten Teil selbst Sevelener, aus Oermten oder der näheren Umgebung.

Dorothee Hartmann ist Keramikerin mit Werkstatt in Sevelen. In ihren Schüsseln verbergen sich zahlreiche ortsprägende Motive. Ausgestellt wird unter anderem auch ein "Tussi-Engel". "Der heißt so wegen der rot lackierten Fingernägel", erklärt die Künstlerin lächelnd. Die Tradition des Töpferdorfes lebt auf, wenn der Besucher das Bild von Ute Trenkel betrachtet. Es zeigt den Töpfer, dem am Kirchplatz ein Denkmal gesetzt wurde. Aber das ist nicht das einzige Bild, das die Sevelenerin ausstellen wird.

Nicht ganz so offensichtlich ist die Motivwahl von Wilhelm Bollwerk. Der zieht ein in roter Farbe dominierendes Gemälde hervor. "Dieses Bild lässt immer Raum für Interpretation", sagt der Künstler und nickt wissend. Was den Bocholter legitimiert, in der Ausstellung "Kunst aus Sevelen" mitzumachen, ist die Tatsache, dass er die Dahlenmühle schon gemalt hat und die Freundschaft zu Hans-Josef Dahlen. Der lobt ihn als "wahren Profi unter den Künstlern". Ein Sevelener wiederum ist der Fotograf Andre Wälscher. Seine Fotografien zeigen einen Sonnenaufgang auf Mallorca, auf einem anderen, bearbeiteten Foto ist ein Feldweg Richtung Sonsbecker Schweiz zu sehen.

Jede Menge Bilder mit Wiedererkennungswert haben die Schwestern Lena und Miriam Lackmann angefertigt. Entdeckt wurden sie auf dem Töpfermarkt in Sevelen und vom Fleck weg zur Ausstellung eingeladen. Mit feinen Strichen haben die Jüngsten unter den Ausstellern ihre Heimat und besonders prägnante Gebäude gemalt. Großflächiger und sehr farbig hat Marlies Deutskens das Schönstattzentrum in Oermten auf Leinwand gebannt.

Für den Sommer hat sie sich schon das nächste Projekt vorgenommen, nämlich die Dahlenmühle. Im Obergeschoss gibt es bereits gesammelte Werke seines Zuhauses zu sehen. Für Hans-Josef Dahlen ist es auch immer wieder ein Grund, auf Spurensuche nach dementsprechenden Künstlern zu gehen. Mit ihren 85 Jahren ist auch Anni Hünseler mit Werken vertreten, die Höfe in Oermten zeigen, aber auch die Dahlenmühle. Linoldrucke, aber auch eine Picasso-Reihe präsentiert die Sevelenerin Sarah Schüller, die in diesem Jahr ihren Master of Arts gemacht hat. Die Reihe der zwölf Künstler vervollständigen Hein Driessen aus Emmerich, Käthe Mager aus Tönisvorst und Peter Vaupel aus Sevelen. Von 10 bis 17 Uhr kann die vielfältige Ausstellung in der Sevelener Dahlenmühle besucht werden, um 12 und 15 Uhr werden geführten Rundgänge mit den anwesenden Künstlern angeboten.

Hans-Josef Dahlen ist begeistert von der Atmosphäre, die die Künstler schaffen und die untereinander herrscht. "Das ermutigt weiterzumachen, nicht nur am Mühlentag", sagt er. Und noch etwas liegt ihm am Herzen. "Alles, was in Sevelen die Gemeinschaft fördert, mache ich sehr gerne." Deswegen öffnet er am Mühlentag gerne die Türen der Dahlenmühle.

Quelle: RP
 
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