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Goch
15 Hektar See-Fläche werden abgetragen

Goch: 15 Hektar See-Fläche werden abgetragen
Ortsbegehung am künftigen See (von links): Bürgermeister Ulrich Knickrehm, Gero Guntlisbergen (GO!), Gordon Scheel (Bauleiter Loock), Reinhard Dürken (Firma Lindschulte) und Birgit Heutgens (GO!). FOTO: KLAUS-DIETER STADE
Goch. Bis April soll der See, das Herz des neuen Baugebiets auf dem Kasernengelände, fertig sein. Gestern gab es einen Ortstermin mit Bürgermeister Ulrich Knickrehm, der Stadtentwicklungsgesellschaft GO! und Baufirmen. Von Anja Settnik

Bei den derzeitigen Temperaturen gebührt jedem Arbeiter oder Handwerker auf einer Baustelle allerhöchster Respekt. Damit die Presse hübsche Fotos machen konnte, fuhren die Baggerfahrer gestern sogar eigens noch ein paarmal auf der riesigen Sandfläche hin und her, die schon im kommenden Jahr so ganz anders aussehen soll.

Denn derzeit entsteht auf dem Gebiet der früheren Reichswaldkaserne als Kernstück des künftigen Baugebiets ein 1,5 Hektar großer See. Er wird den Bereich zwischen Pfalzdorfer Straße und Emmericher Weg prägen und nicht nur die unmittelbaren Anwohner anlocken. "Wir freuen uns auch auf einen 1,1 Kilometer langen Rundweg um den See, der zum Spazierengehen einladen soll", erklärte der Gocher Bürgermeister Ulrich Knickrehm.

Beim Stichwort "Wasser" im Wohngebiet denkt nicht erst seit dem schrecklichen Unglück an der Nierswelle Anfang Juni jeder an die Gefahr, dass Kinder hineinfallen könnten. "Deshalb müssen wir die später begrünte Uferböschung in einer bestimmten Neigung anlegen, darüber hinaus gibt es allerdings auch Bereiche, in denen man direkt ans Wasser kommt oder den See über Treppen erreicht", führte Gero Guntlisbergen von der GO! aus. "In Holland leben die Menschen überall mit Grachten und Kanälen", ergänzte Knickrehm. Die Nachfrage nach See-Grundstücken sei jedenfalls auch in Goch groß. "Der See ist ein wichtiger Bestandteil unserer Vermarktungsstrategie."

Die Ver- und Entsorgungsleitungen für den ersten Bauabschnitt sind weitgehend in die Erde gebracht, sobald die ersten Grundstücke notariell beglaubigt verkauft sind, können die Bauherren beginnen.

Noch im Herbst soll die Politik sich mit dem Baurecht für den zweiten Abschnitt beschäftigen. Wann das Gebiet "voll" sein wird oder gar der Ringschluss, auf den viele Bürger so gespannt warten, realisiert werden - dazu trauen sich die Leute von der Verwaltung keine Aussage zu. "Das hängt ja auch mit den Vorstellungen des Bundes und der Bahn zusammen", erklärte Guntlisbergen. Immerhin wurde bestätigt, dass Abstimmungsgespräche laufen.

Erst einmal ist nun der See das Thema. Schon in den nächsten Tagen, wenn der Oberboden weggeräumt ist, wird der Kampfmittelräumdienst eine 45.000 Quadratmeter große Fläche nach möglichen Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg absuchen. Eingeschlossen sind neben dem See auch die Flächen, auf denen der künftige Rundweg angelegt wird, sowie eine angrenzende Sickerfläche. "Wir müssen für den Fall von Starkregen oder länger andauernden Regenphasen, die den See zum Überlaufen bringen, Richtung Gocher Berg Sickerfläche schaffen", so Guntlisbergen. Andererseits wird der See, wenn mal eine Trockenperiode das Wasser verdunsten lässt, durch einen Brunnen gespeist. Die Fläche wird durch eine Tonschicht nach unten abgedichtet. Das Wasser im See wird Niederschlagswasser der öffentlichen Verkehrsflächen sein. Reichlich Lkw-Verkehr wird in den kommenden Monaten nicht zu vermeiden sein.

Quelle: RP
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