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Großeinsatz am Gymnasium in Goch
16-Jährige sprüht Reizgas: 33 Verletzte in Goch

Großeinsatz wegen Reizgas an Gymnasium in Goch
Großeinsatz wegen Reizgas an Gymnasium in Goch FOTO: Guido Schulmann
Goch. Großeinsatz für Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei nach "einer unklaren Lage" zur Mittagszeit am Städtischen Gymnasium.

Großeinsatz für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Notärzte Donnerstagmittag am Städtischen Gymnasium Goch: 31 Schüler sowie zwei Lehrerinnen der an der Hubert-Houben-Straße gelegenen Schule erlitten gegen 13.30 Uhr leichte Verletzungen durch Reizgas. Zu dieser Zeit hatten die Schüler und Lehrer, die sich im und am Oberstufengebäude der Schule aufhielten, einen beißenden Geruch wahrgenommen und klagten über Husten und Atembeschwerden. Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr wurden sofort alarmiert und rückten "wegen der unklaren Lage" mit zahlreichen Einsatzkräften an.

Als die ersten Trupps der Gocher Feuerwehr Minuten später eintrafen, befand sich, so Feuerwehr-Pressesprecher Torsten Matenaers, keine Person mehr in dem Gebäude. Die Schüler und Pädagogen wurden bereits im Freien durch den Rettungsdienst betreut. Atemschutztrupps der Feuerwehr führten Raumluftmessungen durch, konnten aber nichts feststellen. Auch die Sauerstoffkonzentration in der Luft war normal. In dem Gebäude werden keine Gefahrstoffe gelagert, dort sind ausschließlich normale Unterrichtsräume eingerichtet, so die Feuerwehr. Das Gebäude wurde mit einem Hochdrucklüfter gereinigt. Weitere Maßnahmen seitens der Feuerwehr waren nicht nötig, so Matenaers.

Nach dieser ersten Überprüfung vor Ort wurden die 33 Personen zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Nach bisherigem Kenntnisstand werden alle nach der Untersuchung oder einer ambulanter Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen, gab die Polizei am Nachmittag bekannt.

Am frühen Abend meldete die ermittelnde Polizei, dass ein Reizgas von einer 16-jährigen Schülerin nach Unterrichtsende in einem Klassenraum versprüht worden war. Das Gas sei ursächlich für die Beschwerden gewesen, so die Polizei. In ihrer Vernehmung durch Beamte der Kriminalpolizei schilderte die 16-Jährige, die Spraydose, die sie zunächst für ein Deospray gehalten habe, sei nach Unterrichtsende einer Mitschülerin aus dem Rucksack gefallen und auf sie zugerollt. Sie habe die Dose aufgehoben und einen Sprühstoß in Richtung Wand abgegeben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein Großteil der Schüler den Klassenraum bereits verlassen. Bei den allerdings noch im Zimmer anwesenden Personen trat sofort ein starker Hustenreiz auf. Daraufhin hätten alle den Klassenraumund das Gebäude verlassen. Laut Polizei habe die 16-Jährige "dann richtigerweise die anfahrenden Rettungsfahrzeuge mit ihrer Handlung in Verbindung gebracht", sei später mit ihrer Mutter zur Schule zurückgekehrt und habe sich dann bei Schulleitung und Polizei gemeldet.

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Das Reizgas-Spray wurde sichergestellt. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen dauern allerdings noch an. Um welches Gas es sich handelt, nachdem am Nachmittag spekuliert worden war, es könne Pfefferspray benutzt worden sein, teilte die Polizeiam Abend noch nicht mit.

In einer ersten  Version dieses Artikels hieß es, dass 17 Schüler und eine Lehrerin betroffen seien. Feuerwehr und Polizei haben inzwischen neue Zahlen geliefert. 

 

(nik)
 
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