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Uedem/Kervenheim
21 Kisten Arsen an A 57-Auffahrt gefunden

Uedem/Kervenheim. Ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei entdeckte das hochgiftige Halbmetall. Polizei sucht Zeugen. Von Sebastian Latzel

Es ist ein unglaublicher Fund, den ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei gestern an der Schloss-Wissener-Straße machte. Direkt an der Autobahnabfahrt Kervenheim/Uedem entdeckte er 21 große Kisten. Weil diese ihm merkwürdig vorkamen, verständigte er die Polizei. Die schaltete auch noch Feuerwehr und Ordnungsamt ein.

Bei der Überprüfung der Kennzeichnung der Behälter stellten die Behörden fest, dass es sich bei dem Pulver in den Kisten um Arsen handelte. Da Arsen hochgiftig ist, war besondere Vorsicht geboten. Glücklicherweise seien die Pakete aber so gut wie unbeschädigt gewesen, so die Polizei. Weder Wasser noch Boden seien damit in Berührung gekommen und kontaminiert worden, sagte ein Behördensprecher.

Zunächst vermuteten die Beamten, dass das Arsen in den Niederlanden bei einem Unternehmen gestohlen worden sei. Im Zuge der Ermittlungen stieß die Polizei allerdings auf einen Fall in Duisburg. Dort war vor vier Monaten ein niederländischer LKW von Unbekannten leergeräumt worden. In dem Lastwagen hatten sich Kisten mit 300 Kilogramm des hochgiftigen Arsens befunden. Die Beamten vermuten, dass der gestrige Fund in Kervenheim aus diesem Diebstahl stammt.

Daher stellte sich auch die Frage, wo die anderen Pakete geblieben sind. Weil durchaus möglich schien, dass auch diese Kisten in der Umgebung liegen, wurde der Bereich weiträumig abgesucht. Zur Unterstützung setzte die Polizei auch einen Hubschrauber ein. Weitere Fundstücke tauchten dabei allerdings nicht auf.

Die Kartons mit dem Gift stellte die Polizei sicher.

Offen sei, wie lange die Kartons schon an der Autobahnabfahrt lagerten, so Polizeisprecher Michael Ermers. Da die Kisten noch relativ unbeschädigt waren, ist davon auszugehen, dass sie noch nicht allzu lange dort waren. Dafür spricht auch, dass der Fundort gut sichtbar direkt vor der Autobahnabfahrt liegt. Hier hätten ihn Autofahrer bestimmt schon entdeckt.

Es scheint durchaus denkbar, dass die Täter das Arsen gar nicht gezielt gestohlen haben, so die Polizei. Es sei möglich, dass sie sich für den Diebstahl rein zufällig den Lastwagen in Duisburg ausgesucht hatten. Als die Diebe ihren Fund dann nicht verkaufen konnten, entsorgten sie ihn in Kervenheim. Der Ort biete sich an, weil er direkt an der Autobahn liegt und sich die Unbekannten so wieder gut aus dem Staub machen konnten.

Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen. Wer etwas beobachtet hat, sollte sich an die Kripo in Kalkar unter der Nummer 02824 880 wenden.

Quelle: RP
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