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Goch/Uedem
226.854 Bürger haben die Wahl

Goch/Uedem: 226.854 Bürger haben die Wahl
FOTO: Kreis Kleve
Goch/Uedem. Landtagswahl: Die CDU-Kandidaten gehen in den Wahlkreisen 53/Kleve I und 54/Kleve II als Favoriten ins Rennen. Jeweils sieben Bewerber und 31 Parteien stehen auf den 73 Zentimeter langen Stimmzetteln. Von Jürgen Loosen

Der Moment der Entscheidung ist endlich da, noch einmal schlafen, dann fallen die Würfel, wer in welcher Konstellation (oder Farbzusammensetzung) auch immer in der Landeshauptstadt Düsseldorf regiert. Der Countdown läuft, am Muttertag haben morgen 226.854 Bürger des Kreises Kleve das letzte Wort: Von 8 Uhr bis 18 Uhr bestimmt der Souverän namens Bürger mit seinen zwei Voten, wer in den beiden Wahlkreisen 53/Kleve I (Süden) und 54/Kleve II (Norden) zum einen als Direktkandidat in den Landtag einzieht und zum anderen, welche Parteien an die Macht kommen.

Glaubt man den (freilich häufig genug falsch liegenden) professionellen Polit-Propheten des Landes, dann deutet vieles nach dem intensiven Endspurt des CDU-Spitzenmannes Armin Laschet inzwischen darauf hin, dass die beiden großen Volksparteien SPD und CDU sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern und wie aus dem Bundestag schon gewohnt eine sogenannte Große Koalition bilden (mit oder ohne Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin). Das will aber nichts heißen, auch andersfarbige Konstellationen von "Jamaika" bis "Ampel" sind denkbar, auch wenn die Protagonisten mit ihren in den Parteizentralen längst durchgespielten möglichen Alternativen natürlich noch mauern, solange der Bürger seine Kreuzchen noch nicht gesetzt hat.

Die hiesigen Favoriten auf den Einzug ins Parlament sind natürlich die beiden CDU-Amtsinhaber Margret Voßeler im Süden mit den Kommunen Geldern, Issum, Kalkar, Kerken, Kevelaer, Rheurdt, Straelen, Uedem, Wachtendonk und Weeze und 113.986 Wahlberechtigten sowie Dr. Günther Bergmann im Norden mit den Kommunen Bedburg-Hau, Emmerich am Rhein, Goch, Kleve, Kranenburg und Rees bei genau 112.868 Wahlberechtigten.

Freilich kann bei Landtagswahlen keineswegs mehr uneingeschränkt von "schwarzen Bollwerken" wie anno dazumal gesprochen werden. Bergmann gewann vor fünf Jahren gegen den damaligen SPD-Herausforderer Bodo Wißen nur mit einer hauchdünnen Mehrheit. "Das war zwischenzeitlich eine wahre Zitterpartie", sagt der Kalkarer CDU-Kreisparteichef heute selbst. Bergmann holte 39,2 Prozent, Wißen 36,6 Prozent - und der Sozialdemokrat durfte jubeln "Der Norden ist rot", weil seine Partei knapp mit 35,4 Prozent gegen die CDU mit 33,4 Prozent gesiegt hatte.

Und auch Margret Voßelers standesgemäßer Vorsprung, der im Süden traditionell weit höher ausfällt als im Norden, schmolz. Sie gewann mit "nur" 44,7 Prozent gegen den immer noch aktuellen SPD-Kontrahenten Norbert Killewald, der seinerzeit immerhin 32,2 Prozent verbuchte, während die christdemokratische Partei in diesem Wahlkreis mit 37,1 Prozent gegen die SPD mit 31,5 Prozent vorne lag.

Nur hoffen kann man indes, dass die stetig sinkende Wahlbeteiligung gestoppt werden kann. Sie lag im Süden vor fünf Jahren bei 61,38 Prozent, im Norden bei nur 57,15 Prozent - immerhin lagen diese Zahlen aber in beiden Kreisen leicht über den Ergebnissen der vorangegangenen Landtagswahl. Die Zahl der angeforderten Briefwahlunterlagen gibt keine Auskunft: 25.396 Bürger haben einen Wahlschein erhalten, das sind 8,94 Prozent der Wahlberechtigten im Kreis. Auch die Quote der Erstwähler (ab 18 Jahre) ist ermittelt: 15.187 oder 6,7 Prozent der Wahlberechtigten gehen zum ersten Mal an die Urne, die Spannbreite reicht von 5,7 Prozent in Issum bis 7,7 Prozent in Kranenburg.

Auf dem stolze 73 Zentimeter langen und 21 Zentimeter breiten Wahlzettel stehen 31 Parteien (darunter "Exoten" wie die V-Partei als Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer, PAN - Die Parteilosen oder auch Die Violetten - Partei für spirituelle Politik) sowie jeweils sieben Direktkandidaten. Das sind im Süden neben Margret Voßeler und Norbert Killewald zudem noch Hans-Hermann Terkatz (Grüne), Ben Dinklage (FDP), Tim Reuter (Piraten) Mario Krude (Linke) und Detlef Küsters (AfD) sowie im Norden neben Günther Bergmann noch Thorsten Rupp (SPD), Birgitt Höhn (Grüne), Stephan Haupt (FDP), Michele Marsching (Piraten), Herbert Derksen (Linke) und Christoph Kukulies (AfD).

Internet: Wir berichten am Sonntag aktuell auf www.rp-online.de/kleve

Quelle: RP
 
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