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Goch
7,5 Millionen für Altenheim am Hospital

Goch: 7,5 Millionen für Altenheim am Hospital
Vor wenigen Wochen wurden bereits die Bäume im Park gefällt. Ein Ausgleich wurde vereinbart. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch. Im Park des Gocher Wilhelm-Anton-Hospitals wird ein Erweiterungsbau des Hildegardishauses realisiert. Für das Projekt der Karl-Leisner-Pflegehilfe müssen im Park 40 bis 50 alte Bäume weichen. Kaum zusätzliche Betten. Von Anja Settnik

Ab 2018 müssen Alten- und Pflegeheime für mindestens 80 Prozent ihrer Bewohner Einzelzimmer zur Verfügung stellen. Schon im Herbst 2014 hatte der NRW-Landtag mit breiter Mehrheit das neue Pflegegesetz beschlossen. Seitdem haben zahlreiche Träger von Altenhilfeeinrichtungen um- und neu gebaut. Das tut jetzt auch die Katholische-Karl-Leisner-Pflegehilfe-Gesellschaft, indem sie das Hildegardishaus im Park des Gocher Krankenhauses komplett erneuert. 7,5 Millionen Euro sind für die Investition eingeplant.

Zwar soll Baubeginn erst Mitte des Jahres sein, sagt der Pressesprecher der Karl-Leisner-Trägergesellschaft, Christian Weßels. Doch erste Vorarbeiten bleiben aufmerksamen Beobachtern schon jetzt nicht verborgen: Im Park ist schweres Gerät unterwegs, Kleingehölz wurde bereits in einen großen Haufen Holzschredder verarbeitet. Die eigentlichen Baumfällarbeiten müssen in diesen Tagen stattfinden, vor der Vegetationsperiode. Die Rodung wird eine umfangreiche sein: "Es werden etwa 40 bis 50 Bäume weichen müssen", sagt Weßels. Der Mann für die Unternehmenskommunikation versichert, dass die Genehmigungen dafür vorliegen. "Die Bäume sind nicht geschützt."

Grundsätzlich müssen Baumfällarbeiten nach dem Bundesnaturschutzgesetz bis zum 29. Februar eines Jahres abgeschlossen sein. Ruth Keuken, Sprecherin der Kreisverwaltung und damit auch der Unteren Landschaftsbehörde, erklärt: "Ist die Maßnahme bis dahin nicht abgeschlossen, muss ein Artenschutzprüfer vor Ort ermitteln, ob Bäume schon von Vögeln besiedelt sind. Für diese Sichtung kann die Frist um einige Tage verlängert werden." Bei einem Ortstermin in Goch, bei dem auch die Forstbehörde anwesend war, sei festgestellt worden, dass der Baumbestand kein hochwertiger sei. "Es wurde ein Ausgleich vereinbart."

Zwar steht kein kompletter Neubau an, aber ein An- und Umbau, der einem Ersatzbau nahe kommt. Mehr Bewohner wird es deshalb jedoch nicht geben, abgesehen von einigen speziellen Plätzen für Menschen, die beatmet werden müssen. Mehrbettzimmer gehören, wie es das neue Pflegegesetz verlangt, künftig der Vergangenheit an. Wo jeder Bewohner sein Einzelzimmer hat, ist der Platzbedarf natürlich wesentlich größer. "Das Hildegardishaus hat heute etwa 3200 Quadratmeter Fläche; mit dem Anbau werden weitere 2600 Quadratmeter dazu kommen", sagt Weßels. 63 Pflege- und Betreuungsplätze sind bisher vorhanden, und diese Anzahl soll auch bestehen bleiben. Plus zwölf Betten für Menschen, die "außerklinische Beatmung" benötigen.

Die Karl-Leisner-Pflege-Geselschaft betont, dass sowohl die Bewohner, als auch die Mitarbeiter in allen Bereichen von dem Neubau profitieren werden. "Sowohl, was das Raumgefühl und das Zusammenleben betrifft, als auch, was Ausstattung und Arbeitsumfeld angeht", sagt Weßels. Im Zentrum des neuen Konzepts stehe die Umstellung des Hauses auf das Wohngruppenprinzip und der Wegfall der Doppelzimmer.

Die Baumaßnahme startet Mitte des Jahres und wird zwei bis zweieinhalb Jahre dauern, schließlich ist es logistisch nicht einfach, ein Pflegeheim im Betrieb umzubauen. Der Ablauf: "Zuerst wird der Anbau fertiggestellt, anschließend wird das bestehende Gebäude modernisiert. Die Bewohner sind von den Bauarbeiten nicht unmittelbar betroffen, sie ziehen nach Fertigstellung des Anbaus in eben diesen Anbau", erklärt Weßels. Anders als derzeit wird das Hildegardishaus künftig einen separaten Haupteingang haben. Bisher ist der Zugang nur über den Haupteingang des Wilhelm-Anton-Hospitals zu erreichen.

Das Hildegardishaus gehört zum Katholischen Alten- und Pflegehilfenetzwerk am Niederrhein (KAN). Unter dem Dach des KAN versammeln sich mehr als 20 Pflegeeinrichtungen und Wohnanlagen für Senioren in den Kreisen Kleve und Wesel, dazu ein Pflegezentrum zur ambulanten Betreuung, ein ambulantes Hospiz und ein Fachseminar für Altenpflege.

Quelle: RP
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