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Goch
Abschied für Weihbischof Lohmann

Goch: Abschied für Weihbischof Lohmann
Weihbischof Rolf Lohmann (M.) verabschiedete sich von den Kevelaerern in Richtung Xanten. FOTO: Evers
Goch. Rolf Lohmann betonte, dass die Menschen selbst als Licht der Welt aktiv werden müssen, um für ein besseres Miteinander zu sorgen. Von Christoph Kellerbach

Der gesamte Kapellenplatz war gefüllt. Nicht nur von Banner-Abordnungen, Messdienern und vielen weiteren Geistlichen, sondern vor allem von den Bürgern der Marienstadt. Zahllose Menschen waren erschienen, um bei der feierlichen Verabschiedung von Weihbischof Rolf Lohmann als Pfarrer von St. Marien dabei sein zu können.

Umso beeindruckender, dass bereits die gesamte Basilika so gefüllt war, dass die Plätze auf den Kirchenbänken nicht reichten. Zusätzlich waren noch Besucher aus Kevelaers Partnerstadt Bury St. Edmunds sowie Diakon Ernst Willenbrink aus Herfeld, der vorherigen Pfarrei von Lohmann, anwesend. Nach einer Einführung durch Kaplan Christoph Schwerhoff sorgten der Chor und das Orchester in der Basilika für eine wunderbar sakrale Atmosphäre, bevor Weihbischof Lohmann seine Predigt begann: "Wir sind auch hier, um meinen Abschied zu feiern. Aber vor allem, damit ich Danke sagen kann für die letzten sechs Jahre. Ich möchte mich bedanken für die vielen Begegnungen und für das viele Gute, das mir hier widerfahren ist."

Während seiner Predigt erzählte Lohmann von der Kraft des Lichtes, das Jesus in die Welt gebracht hat und das er an die Menschen weitergeben konnte, weshalb er folgenden Satz zu seinem bischöflichen Wahlspruch gemacht hat: "Ihr seid das Licht der Welt!"

Lohmann selbst hat dieses Motto immer gelebt. "Mich hat das Ganze immer sehr beflügelt, sehr bestärkt. Auch wenn ich zugeben muss, dass jene, die immer nur das Dunkel sehen, mir teilweise den letzten Nerv gestohlen haben. Dabei gibt es keine bessere, keine stärkere Botschaft als die des Evangeliums. Die Botschaft Christi hat unglaubliche Standfestigkeit."

Im Weiteren erinnerte er sich an seine Jahre als Pfarrer von St. Marien und die Menschen, mit denen er seine Zeit verbracht hat. Viele Besucher in der Basilika hatten ihre ganz eigenen Erlebnisse mit dem engagierten Kirchenmann. Manche waren persönlicher, während andere alltäglicher, aber genauso wichtig waren. "Pfarrer Lohmanns Worte haben mir über einige schwere Zeiten hinweggeholfen", erklärte Sieglinde Kramer. "Ich habe ihn in der Kirche gerne reden gehört, denn er kann gut mit Worten umgehen."

Weihbischof Rolf Lohmann verriet während seiner Predigt, "wie sehr mich das Gnadenbild inspiriert hat". Doch er kritisierte auch einige aktuelle Probleme, etwa "die zum Teil anti-christliche Pädagogik, die nur zum ,Ich' kommen will". Gerade in einer heutigen Zeit, "in der das Wort ,Hingabe' nicht mehr in ist".

Außerdem wandte er sich direkt an die katholische Kirche, da er es schlimm findet, wenn diese sich als "alte Moral-Tante aufspielt. Denn wir müssen die frohe Botschaft in Fülle leben, nicht in Enge". Um dies für die Zukunft zu gewährleisten, sprach Lohmann direkt die Jugendlichen an, welche die einzige Chance seien "etwas frischen Wind in den verkrusteten Apparat der Kirche zu bringen", so der Weihbischof.

Nach dem Fahnenschwenken auf dem Kapellenplatz konnten sich die Bürger im Petrus-Canisius-Haus noch persönlich von Weihbischof Lohmann zu verabschieden.

Der gab den Besuchern zum Abschluss der Predigt mit auf den Weg: "Denkt daran, nicht nur unsere Basilika soll gut ausgeleuchtet sein, sondern wir sind selbst das Licht dieser Welt."

Viele Kevelaerer werden Rolf Lohmann vermissen, doch die Wärme, die er mitgebracht hat, wird die Wallfahrtstadt nie verlassen.

Quelle: RP
 
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