| 00.00 Uhr

Goch/Kleve
ADAC warnt: Herbst nicht unterschätzen

Goch/Kleve: ADAC warnt: Herbst nicht unterschätzen
Nebel führt jetzt wieder auf vielen Straßen am Niederrhein zu Sichtbehinderungen. FOTO: Markus van Offern
Goch/Kleve. Um das Auto für die kalte Jahreszeit fit zu machen, sollte man nicht nur an die Reifen denken. Der Autolcub gibt Tipps, worauf zu achten ist. Von Ludwig Krause

Während der eine oder andere am Samstag noch die Sonne genutzt hat, um in den Garten zu gehen oder durch die Fußgängerzone zu bummeln, ist spätestens seit gestern klar: Die Winterzeit hat den Niederrhein erreicht. Dicke Nebelschwaden und Morgenfrost machten den Autofahrern nicht nur zu schaffen - sie werfen auch die Frage auf, ob das Fahrzeug eigentlich bereit ist für die kalte Jahreszeit.

Denn nicht alles ist wie immer, wie Julia Spicker vom ADAC NRW sagt. "Durch die Änderung der Winterreifpflicht reicht es künftig nicht mehr aus, wenn die Reifen mit einer "M+S"- Kennzeichnung versehen sind", sagt sie. Ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke - auf dieses Alpine-Symbol sollten alle Autofahrer achten, die sich in diesem Jahr neue Winter- oder Ganzjahresreifen kaufen wollen. Vorhandene Reifen müssen aber nicht sofort entsorgt werden, für sie gibt es eine Übergangsregelung: Bis zum 30. September 2024 gelten Reifen mit "M+S"-Kennzeichnung als wintertauglich und dürfen bis dahin aufgebraucht werden, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind.

Aber nicht nur auf den richtigen Reifen sollten die Fahrer achten, wie Spicker sagt. Fast drei von vier getesteten Autos haben eine mangelhafte Beleuchtung - das ist das Ergebnis einer Überprüfung des ADAC im Rahmen der bundesweiten Lichttestaktion 2016. Bei fast jedem dritten Fahrzeug blendeten die Scheinwerfer oder sie waren deutlich zu tief eingestellt. So kann die Nachtfahrt zum Blindflug und der Gegenverkehr gefährlich geblendet werden. Da sich aber längst nicht jeder an der bundesweiten Lichttest-Aktion im Oktober beteiligt hat, bietet der ADAC bis Dezember in seinen Prüfzentren, bei den mobilen Prüfdiensten und bei ausgewählten Vertragssachverständigen die kostenlose Überprüfung von Abblend- und Fernlicht, von Brems- und Schlusslichtern, Nebel- und Zusatzscheinwerfern, Blinkern und Warnblinkanlage sowie von Begrenzungs-, Park- und Nebelschlussleuchten an (siehe Info-Kasten).

Ansonsten gibt es einige Regeln, auf die Autofahrer in der dunklen Jahreszeit achten sollten, sagt Julia Spicker. Zu jeder Ausrüstung sollten Eiskratzer, Schneebesen, Scheibenenteisungs-Spray, Türenteisungs-Spray, eine Abdeckfolie für die Windschutzscheibe und eine warme Decke gehören. Auch im November sollte man stets eine gute Sonnenbrille im Auto griffbereit halten. Denn gegen eine tief stehende Sonne hilft oft auch keine Sonnenblende. Wichtig: Die Fenster müssen nicht nur außen, sondern auch von innen gesäubert werden. Vor allem der innere Schmierfilm auf den Scheiben verschlechtert die Sicht bei Dunkelheit extrem. Wer mit Leder oder Zeitungspapier gründlich trocken reibt, vermeidet das Entstehen von Schlieren.

Auch auf die äußeren Bedingungen sollte Rücksicht genommen werden: Zwei Sekunden Sicherheitsdistanz zum Vordermann sind dabei die goldene Regel - in jeder Jahreszeit. Zwei Sekunden entsprechen übrigens dem "halben Tacho". Also zum Beispiel 40 Meter Abstand bei Tempo 80. Bei Nebel oder nassem Laub auf der Straße sollte der Abstand noch vergrößert werden. Nebelscheinwerfer dürfen laut Gesetz übrigens bei "erheblicher Sichtbehinderung" aktiviert werden. Die Nebelschlussleuchte ist nur bei einer Sichtweite unter 50 Metern und bis maximal 50 km/h erlaubt. Fernlicht hilft im Nebel nicht. Es verkürzt die Sichtweite, statt sie zu verlängern.

Und auch Wildwechsel ist im Herbst eine große Gefahr. Dabei gilt: "Lieber eine Kollision in Kauf nehmen, statt hektische Ausweichmanöver zu fahren", sagt Julia Spicker. Drei Viertel solcher Versuche landen nämlich im Straßengraben oder am Baum - dann ist das Auto erst recht dahin. Wenn nicht sogar noch Schlimmeres passiert.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Goch/Kleve: ADAC warnt: Herbst nicht unterschätzen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.