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Goch
Airport nimmt weitere Flüchtlinge auf

Goch. Zwei Sonderzüge haben rund 900 Asylsuchende nach Düsseldorf gebracht. Ein Teil der Menschen reiste in die Notunterkunft zum Flughafen Weeze weiter. Hier laufen die Planungen für einen Ausbau der Kapazitäten weiter. Von Sebastian Latzel

Die Flüchtlinge konnten offenbar noch gar nicht glauben, tatsächlich am Ziel angekommen zu sein. Medien berichten, dass viele gar nicht aus dem Zug stiegen, als dieser den Bahnhof in Düsseldorf erreichte. Die Flüchtlinge schliefen oder ahnten nicht, nach zwölf Stunden Fahrt endlich am Ziel zu sein. Dolmetscher baten über Megafon darum, den Zug zu verlassen. Teilweise wurden die noch schlafenden Kinder von den Eltern getragen. Etwa 50 Helfer kümmerten sich um die Ankommenden. Zwei Sonderzüge aus Salzburg mit jeweils 450 Menschen waren am späten Dienstagabend in Düsseldorf angekommen. Für einen Teil dieser Flüchtlinge ging die Reise weiter nach Weeze. Denn die Notunterkunft dort hatte freie Plätze gemeldet.

Wie viele Asylsuchende genau neu nach Weeze kamen, blieb gestern offen. Insgesamt befinden sich momentan 286 Menschen auf dem Gelände des früheren Airports. Weeze ist eine Anlaufstelle, wenn schnell Unterbringungsmöglichkeiten gesucht werden. Teilweise geht das sehr schnell wie Flughafengeschäftsführer Ludger van Bebber berichtet. Vor zwei Wochen seien innerhalb von zwei Stunden 200 Asylsuchende gekommen, die übergangsweise in Zelten untergebracht wurden. Die Zelte sind abgebaut, aktuell können alle Flüchtlinge in der Unterkunft am Airport unterkommen. Hier laufen die Gespräche über eine Ausweitung der Kapazitäten auf Hochtouren. "Es wird intensiv diskutiert", sagt Bernd Hamacher von der Bezirksregierung Düsseldorf.

Aktuell hat Weeze den Status einer Notunterkunft, angestrebt ist, dass die Anlage dort zu einer so genannten Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) wird. Die Unterzeichnung der entsprechenden Verträge zwischen Bezirksregierung und Flughafen steht offenbar unmittelbar bevor. "Wir brauchen Klarheit und diesen Vertrag, um Sicherheit zu haben und loslegen zu können", sagt van Bebber.

Geplant ist nämlich, dass der Flughafen den Bereich am früheren Offiziers-Casino umbaut. Dafür sind erhebliche Investitionen erforderlich, die der Flughafen selbst tragen müsste. Doch dass es dazu kommen wird, scheint immer wahrscheinlicher zu sein. "Der Druck durch die große Zahl an Flüchtlingen wird immer größer", sagt van Bebber. Eine ZUE wäre eine Einrichtung für die nächsten Jahre. In Weeze sollen dort 500 Plätze dauerhaft zur Verfügung gestellt werden.

Wenn alles glatt läuft, könnte die Einrichtung im Frühjahr eröffnet werden. Um das Verfahren zu beschleunigen, regt van Bebber auch an, "baurechtlich kreativ" zu sein. Er meint damit, dass es die Frage sei, ob baurechtlich die gleichen Ansprüche an eine solche Unterkunft wie an ein Hotel gestellt werden müssten.

Geplant ist, dass die Notunterkunft mit dem Bau des neuen Bereichs aufgegeben werden soll. Doch angesichts des Zustroms ist es durchaus denkbar, dass die jetzigen Unterkünfte als Reserve erhalten bleiben. "Denn das ist auf jeden Fall besser als Menschen in Zelten unterzubringen", sagt van Bebber.

Quelle: RP
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