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Rp-Serie Agrobusiness präsentiert von den Sparkassen in Goch-Kevelaer-Weeze, Geldern und Straelen
Alles dreht sich um das Wohl der Tiere

Rp-Serie Agrobusiness präsentiert von den Sparkassen in Goch-Kevelaer-Weeze, Geldern und Straelen: Alles dreht sich um das Wohl der Tiere
Ein niedlicher Anblick ist das Kälbchen, das Jan-Benedikt van de Flierdt hier gerade füttert. Der junge Landwirt muss sich aber auch mit schwankenden Milchpreisen und globalem Handel befassen. FOTO: Seybert
Goch. Gartenbau und Landwirtschaft stehen im Mittelpunkt der neuen RP-Serie, die sich mit innovativen und kreativen Unternehmen beschäftigt. Heute geht es um den Milchviehbetrieb von Jan-Benedikt van de Flierdt in Weeze. Von Michael Klatt

GOCH/WEEZE Der Anblick ist entzückend. Rund 20 niedliche Kälber stehen im Stall und lassen hin und wieder ein Muhen vernehmen. Die weiblichen Tiere sollen zu dem heranwachsen, was ihre Mütter nebenan bereits sind: Milchkühe. Sie gehören zum Betrieb von Jan-Benedikt van de Flierdt aus Weeze. Rund 400 Tiere hat der 34-jährige Landwirt an zwei Betriebsstellen am Wissener Feld in Weeze sowie auf einem hinzu gepachteten Betrieb in Wetten stehen. In einer weiteren Halle sind Maschinen und Futter untergebracht.

2008 hat van de Flierdt den Betrieb von seinen Eltern übernommen. "Mir war immer klar, dass ich das weiter mache", sagt der Mann, der an der Fachhochschule Soest Agrarwirtschaft studiert hat. Muße für romantische Gefühle hat er beim Anblick der jungen Kälbchen allerdings nicht. Es sei schwieriger geworden, die Märkte seien gesättigt, berichtet der Weezer. Die Produzenten müssten mit schwankenden Preisen für ihre Milch zurecht kommen, so wie in anderen Agrarsparten auch. "In guten Zeiten etwas zurücklegen für die weniger guten Zeiten, dass müssen die Milchbauern jetzt auch lernen."

Zwischen Landwirten und Verbrauchern stellt van de Flierdt eine gegenseitige Entfremdung fest. Das Wissen um die Arbeit auf den Bauernhöfen sei mager, die Ställe müssten viel weiter geöffnet werden. "Wir müssen die Realität erklären, zeigen, warum wir das machen."

Das Produzieren von Lebensmitteln für das In- und Ausland steht dabei natürlich ganz oben. "Die Frischmilch bleibt hier, das Milchpulver wird global gehandelt", berichtet van de Flierdt mit dem Blick auf weltweite Konkurrenz und entsprechenden Kostendruck, der für Romantik keinen Platz lasse. Manche Faktoren seien oft nicht zu beeinflussen. Man müsse zudem nachgelagerte Bereiche wie die Zulieferer und den Landhandel im Blick haben. Offenheit für die Ausbildung liegt van de Flierdt am Herzen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für ihn die Verantwortung für die Mitarbeiter und das Schaffen von Arbeitsplätzen.

Das spielte eine Rolle beim Bau eines neuen Melkstandes im Jahr 2011. Es entstand ein Reihen-Melkstand mit zweimal 20 Plätzen für die Tiere. 165 Kühe werden bei van de Flierdt zurzeit gemolken. In Gruppen gehen sie zur Anlage "Ich wollte mit Personal und nicht mit Robotern arbeiten", begründet der 34-Jährige die Entscheidung für den Reihen-Melkstand, bei dem mehr Handarbeit nötig ist als bei automatisierten Ausführungen. Außer ihm sind auf dem Betrieb zwei Vollzeit- und drei Teilzeitkräfte tätig sowie ein Mitarbeiter mit einer halben Stelle. Solche und andere Maßnahmen müsse er vor allem sich selbst gegenüber rechtfertigen können, betont der junge Landwirt. Alles drehe sich dabei um das Wohl der Tiere.

Zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen, dafür hat van de Flierdt die Sparkasse Goch-Kevelaer-Weeze an seiner Seite. Und das in Person des Firmenkundenberaters Christian Beck. "Der Unternehmer muss Spaß haben an dem, was er tut", meint der Bank-Experte, übrigens ebenso alt wie van de Flierdt. Als Kreditinstitut müsse man sehen, ob man bei den grundsätzlichen Ideen der Betriebsinhaber betriebswirtschaftlich weiterhelfen könne. "Eine Bilanz ist dabei nur eine Momentaufnahme. Wichtig ist: Wie läuft das ganze Jahr?"

Aus Sicht des jungen Milchviehhalters ist es wichtig, dass die Sparkasse immer als Partner an der Seite steht. Dem kann der Kundenberater nur zustimmen. "Partner arbeiten in guten und schlechten Zeiten miteinander." Van de Flierdt geht davon aus, dass dieses Miteinander im Falle eines Falles auch gut funktioniert. Bisher gab es aber zum Glück noch keine akute Notsituation, um das auszutesten.

Die allgemeine Entfremdung zur Landwirtschaft zeigt sich nach van de Flierdts Dafürhalten auch in der Politik. Die von dort kommenden Verordnungen hätten nicht immer mit gesundem Menschenverstand zu tun.

Da gebe es Diktate und Terminvorschriften, statt vorher miteinander geredet zu haben.

Quelle: RP
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