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Goch
Alte BMW schmücken den Kapellenplatz

Goch. Die 507-Oldtimer-Freunde veranstalteten eine Rallye und machten Station in Kevelaer. Viele Schaulustige konnten einmal in Ruhe die alten Schätzchen bestaunen und ihren Eigentümern die eine oder andere Frage stellen. Von Anke Kirking

Ein gewöhnlicher Mittag auf dem Kapellplatz. Familien machen eine Fahrradtour, andere sitzen bei einem Eis draußen. Doch eine kleine Gruppe von Leuten steht da und schaut erwartungsvoll in eine Richtung. Sie warten auf alte Herrschaften. Sie warten auf 30 Prachtexemplare des Oldtimers BMW 507. Dieser Wagen ist unter den Oldtimer-Kennern sehr beliebt und begehrt.

Diese Bauserie 507 wurde nur von 1955 bis 1959 gebaut. Mit rund 150 PS und einem 3,2 Liter Motor sind die meisten Modelle dieser Serie ausgestattet. Wer einen solchen Wagen sein Eigen nennen kann, der hütet und pflegt seinen Wagen auch wie seinen Augapfel.

Die rund 30 Teilnehmer der diesjährigen Rallye sind im "BMW 507"-Club weltweit organisiert. Die weiteste Anreise hatten Teilnehmer aus Österreich. Die ältesten Teilnehmer sind 83 Jahre und kommen vom Starnberger See. Dass die zweitägige Tour der BMW-507-Oldtimer-Freunde dieses Jahr am Niederrhein stattfindet, ist BMW-Fan Taubert aus Hünxe zu verdanken. Er hat das insgesamt 45. Treffen organisiert.

Der erste Tag fand in Kalkar und Xanten statt. Doch nicht nur weil es am Niederrhein stattfindet, ist es diesmal etwas besonderes. Auch 2015 ist ein besonderes Jahr. Denn genau vor 60 Jahren wurden die ersten BMW 507 gebaut und verkauft. Eigentlich waren sie für den amerikanischen Markt bestimmt. Doch dort fanden die hochpreisigen Wagen kaum Abnehmer. Im Nachkriegsdeutschland fiel das Model direkt in die Herzen der autoverrückten Käufer. Selbst Elvis Presley soll als Soldat in Deutschland einen weißen BMW 507 gefahren haben. Aufgrund der vielen Lippenstiftabdrücke hat Presley den Wagen dann in Rot umlackieren lassen. Unter den drei roten Wagen die auf den Kapellpatz rollten, war das Exemplar von Elvis allerdings nicht dabei.

Der Wagen von Taubert ist, wie die anderen auch, unverbaut und im Original-Zustand. Das einzige "Extra", was seinen Wagen ziert, ist die Unterschrift des Designers Albrecht Graf von Goertz. Ziel der Etappe sollte eigentlich der Peter-Plümpe-Platz sein. Dieser war aber überfüllt und zugeparkt. Dass die Wagen dann kurzer Hand auf dem Kapellplatz in Kevelaer parken durften, war der schnellen und unbürokratischen Entscheidung des Pfarrers zu verdanken. Hier konnten dann auch die Schaulustigen einmal in Ruhe diese tollen Oldtimer bestaunen und die ein oder andere Frage stellen.

Dass die Sonne dazu noch schien, war wohl ein Wink von Petrus, der vielleicht auch ein BMW-507-Fan ist. Jedenfalls konnten die Fahrer ihre Strecke am wunderschönen Niederrhein mit offenem Verdeck genießen.

Quelle: RP
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