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Ergebnisse der Arbeitsgruppen
Arnold-Janssen-Kirchengemeinde plant für die Zukunft

Ergebnisse der Arbeitsgruppen: Arnold-Janssen-Kirchengemeinde plant für die Zukunft
Gochs Maria-Magdalena-Kirche in voller Pracht aus der Vogelperspektive betrachtet. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Leere Kirchenbänke, entwidmete Kirchen, immer weniger Personal: Wie viele andere Gemeinden muss auch die Gocher Gemeinde an ihrem künftigen Pastoralplan arbeiten. In einer Zukunftswerkstatt werden jetzt Pläne entworfen, wie es künftig weiter gehen soll. Von Anja Settnik

Die Gocher Arnold-Janssen-Kirchengemeinde arbeitet wie viele andere Gemeinden auch an ihrem künftigen Pastoralplan. Kirchen, die außer an Weihnachten und zur Erstkommunion nur noch bescheiden besucht sind, entwidmete Gotteshäuser, immer weniger hauptamtliches Personal - das alles zeigt, dass die Arbeit in den Gemeinden sich ändern muss.

Das Wort der Bischöfe vom vergangenen Jahr "Gemeinsam Kirche sein" weist darauf schon hin: Viel mehr als früher liegt es an jedem Gemeindeglied selbst, ob sich die mehr oder weniger aktiven Katholiken noch in ihrer Gemeinschaft zuhause fühlen. In "Arnolds Zukunftswerkstatt", einer Weiterführung vorausgegangener Diskussionsveranstaltungen, machten sich rund 60 Männer und Frauen intensiv Gedanken darüber, wie es weitergehen kann mit ihrer Kirchengemeinde.

Reiner Weidemann und Ludger Hendriks vom Pfarreirat sprachen mit der Rheinischen Post über den Abend und die Erkenntnisse, die gewonnen wurden.

"Schön war erst einmal, dass so viele Leute kamen, auch solche, die man nicht regelmäßig im Gottesdienst sieht. Und eine ganze Reihe junger Menschen, etwa aus den Reihen der kfd", freut sich Weidemann. Die Hauptamtlichen von St. Arnold Jansen Pfarrer Roberto Alda, Diakon Werner Kühle und Pater Agateus waren auch dabei. Als Teilnehmer, nicht als "Chefs". Die Organisation dieses und der anderen Treffen liegt bei einer Steuerungsgruppe, die von zwei externen Beratern begleitet wird.

Gearbeitet wurde nach einer Einführung durch den Pfarreiratsvorsitzenden Henriks in Kleingruppen, die Ideen sammelten, Plakate beschrifteten und Schwerpunkte setzten. Künstler Martin Lersch belebte die Veranstaltung mit seinen Zeichnungen, die munteres "Brainstorming" wiedergeben. Übrigens wurde nicht nur am Tisch nachgedacht: Vorab waren Teilnehmer auch in der Stadt unterwegs, befragten Gocher nach den Gottesdiensten und auf dem Marktplatz, wo sie (ihre) Kirche in zehn Jahren sehen.

In drei Kapiteln wurden die Ergebnisse zusammengefasst: wie die Gemeinde aussehen soll, wie die Zusammenarbeit mit der Kommune funktionieren kann und worauf ein besonderes Augenmerk zu setzen ist. Diese Rubrik lag sichtbar vielen Menschen am Herzen, denn die Liste wurde lang. Kinder- und Jugendarbeit stärken, stand da, Integration unterschiedlicher Kulturen, Seelsorge im Krankenhaus und Altenheim, Hilfe für sozial Schwache.

Vielen ist auch die persönliche Ansprache wichtig, sie möchten nicht nur in ihrer Trauer, sondern auch in anderen seelsorgerischen Belangen begleitet werden. Gruppen für junge Mütter wären schön, Kontakte in die Neubaugebiete, mehr "Feuer" durch die Hauptamtlichen, Schulpastoral. Womit schon ein schwieriges Thema angestoßen ist, denn Pastoralreferent Markus van Berlo wurde kürzlich an Kleve abgegeben, Werner Kühle, der gerade am Wochenende sein 40-jähriges Dienstjubiläum feierte, tritt im kommenden Jahr in den Ruhestand. Wie geht's dann weiter, werden die Positionen neu besetzt?

Was die Kommune anbelangt, so wird gefordert, dass die Kirche auch eine "politische" Rolle spielen sollte.. Die Hauptamtlichen sollten sich auch mal im Eine-Welt-Laden sehen lassen, die Reisemobilwallfahrt müsste enger an die Gocher angelehnt werden. Ob Mai- und Brunnenfest, "Lebendiger Adventskalender" Ökumene oder der "Runde Tisch" - in vielerlei Hinsicht können politische und kirchliche Gemeinden einander ergänzen.

Dass es im Kapitel "Gemeinde" sehr stark ums Ehrenamt geht, auch darauf, dass die Geistlichen Vertrauen in sie setzen und ihre Wertschätzung zeigen, ist beinahe unnötig zu betonen. Neue Gebets- und Gottesdienstformen, andere Örtlichkeiten für Messen, gute Kirchenmusik - all das zeigt, dass einiges Interesse an einer sich modernisierenden Gemeinde besteht.

Quelle: RP
 
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