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Goch/Weeze
Asyl: Eventhalle wird zur Unterkunft

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft
Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller
Goch/Weeze. Weil im Winter dringend beheizbare Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge gesucht werden, soll der Veranstaltungsbereich am Airport Weeze mit den früheren Hangars und der großen Halle genutzt werden. Von Sebastian Latzel

Am Wochenende wird es noch einmal richtig laut am Airport Weeze. Rund 20 000 Besucher werden erwartet, wenn dort auf dem Eventgelände das Q-Base-Festival über die Bühne geht. Wenn die harten Electro-Dance-Klänge verklungen sind, wird diesmal aller Voraussicht nach das Gelände nicht komplett geräumt. Teile der Festivalinfrastruktur sollen stehen bleiben, weil das Areal über den Winter für einen komplett anderen Zweck genutzt werden soll: Weil der Zustrom an Flüchtlingen nicht abreißt, ist die Bezirksregierung auf der Suche nach Möglichkeiten, die Asylsuchenden auch während der kalten Monate unterzubringen. Zelte sind dann keine Lösung mehr.

"So kam es zu Gesprächen mit den Verantwortlichen am Airport Weeze, ob die dortige Eventhalle genutzt werden kann", berichtet Bernd Hamacher, Sprecher der Bezirksregierung Düsseldorf. Auch wenn das letzte Okay noch fehlt, ist so gut wie sicher, dass der Bereich auf dem Flughafen in Kürze genutzt wird, um zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen. Aktuell werden rund 300 Asylsuchende in ehemaligen Soldatenwohnungen betreut. Auf dem Eventgelände soll es Platz für weitere 950 Flüchtlinge geben. "Auch für uns ist das eine logistische Herausforderung, aber der Ansatz ist für uns ganz einfach: Die Not ist riesig, der Winter steht vor der Tür, da wollen auch wir helfen", sagt Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber, der bei dem Projekt von einem der größten Themen spricht, die es hier in den letzten Jahren am Flughafen gegeben habe.

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

Da ständig Plätze benötigt werden, will die Bezirksregierung das Projekt so schnell wie möglich realisieren. Van Bebber geht davon aus, dass bis Ende Oktober die Halle und der Bereich darum hergerichtet sind. Es seien noch eine Reihe von Umbauarbeiten nötig. So soll die Halle durch Zwischenwände so abgeteilt werden, dass Bereiche mit etwa 14 Betten entstehen.

Eine große Herausforderung wird die Einrichtung von Duschen und Toiletten für so viele Flüchtlinge sein. Man werde versuchen, mobile Einheiten zu bekommen. Doch da sei die Nachfrage riesig und der Markt leer gefegt. Daher wird auch damit geplant, in den früheren Hangars Duschen und Toiletten einzubauen. Die Verpflegung könne über die Küche des Flughafens erfolgen. Eventuell soll auch eine zusätzliche Küche auf dem Gelände installiert werden. Da der Umbau dauert und schnell eine Lösung gesucht wird, gibt es die Überlegung, in einem ersten Schritt schon einmal Flüchtlinge in Zelten unterzubringen. Eben daher sollen Teile des Festivalinventars genutzt werden wie die mobilen Toiletten oder die Internet-Masten. Das DRK sei bereit, die Betreuung zu übernehmen. Der Verband ist auch bereits für die bestehende Notunterkunft auf dem Airport zuständig. Die Flüchtlinge sollen nur kurze Zeit in Weeze bleiben und werden von dort verteilt.

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Van Bebber betont, dass die Unterbringung in der Halle nur eine Übergangslösung ist. "Wenn die Eventsaison im Mai mit Mudmasters beginnt, muss die Anlage wieder frei sein. Alle Veranstaltungen finden dort 2016 wie geplant statt", betont er. Daher ist Ziel, dass bis zum Frühjahr der Bereich am früheren Offizierscasino zu einer Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) umgebaut ist.

Quelle: RP
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