| 16.00 Uhr

Goch
Auf Zeitreise mit Rittern und Kirschbier

Goch: Das war der Mittelaltermarkt am Kloster Graefenthal
Goch: Das war der Mittelaltermarkt am Kloster Graefenthal FOTO: Evers, Gottfried
Goch-Asperden. Der mittelalterliche Ostermarkt lockte viele Besucher ins Gut Graefenthal nach Asperden. Dort schrieb man das Jahr 1248 und hatte zu Feierlichkeiten eingeladen. Gaukler, Geschicklichkeitsspiele und Verkaufsstände sorgten für Abwechslung. Von Michael Baers

Bogenschießen statt Eiersuche - so lautete am Wochenende sinngemäß das Motto auf Gut Graefenthal in Asperden. Denn erneut hatte sich das Gelände des einstigen Zisterzienserinnenklosters in einen historischen Schauplatz verwandelt. "Wir schreiben das Jahr 1248, über die Grafschaft Geldern herrscht Graf Otto II. Auf Bitten seiner Gemahlin Margarethe von Kleve hat er das Kloster gestiftet und wir nehmen Teil an den Feierlichkeiten", hatte der Veranstalter im Vorfeld angekündigt und so war es am Freitag, Samstag und Sonntag dann auch gekommen.

Auf den beiden großen Wiesen hatten sich innerhalb der Schutzmauern gleich mehrere Heerlager gebildet und die Autokennzeichen auf dem Parkplatz vor den Toren verrieten, dass die Angereisten tatsächlich aus allen Himmelsrichtungen gekommen waren. Aber neben niederländischen Kennzeichen bildeten jene aus dem Ruhrgebiet, Gelsenkirchen, Duisburg und Essen beispielsweise, eindeutig die Mehrheit.

So konnten die Besucher in der Folge einen Eindruck davon bekommen, wie zu Zeiten von Rittern, Fahrensleuten und Mägden gelebt wurde. In den Lagern waren alle gewandet, Schaffelle wärmten zusätzlich bei frischem Wind. Mancher vertrieb sich mit Holzschnitzereien die Zeit und fast überall hing der Geruch von offenem Feuer in der Luft. Das wurde entweder zum Bronzegießen angefacht, oder sorgte für die richtige Wassertemperatur im darüber baumelnden rustikalen Kochtopf. Dazu gab es beinahe stündlich Vorführungen und Programm.

"Hat einer von euch ein Zeiteisen am Arm oder einen dieser nervigen Motzknochen in der Tasche", fragte zum Beispiel der Leiter der Geschicklichkeitsspiele das Publikum, um sich über die Uhrzeit zu informieren. Als sich die Ritter dann versammelt hatten, ging es beinahe pünktlich los. Auch wenn sich hin und wieder unplanmäßig ein "Untier" - in Form des Hundes des Spieleleiters - in den Weg stellte, machten alle Teilnehmer ihre Sache gut und überwanden die Hindernisse samt Wassergraben ohne größere Blessuren. Folglich ließ sich das Publikum nur zu gern zu einem "kräftig Handgeklapper" animieren. Danach hatten die Zuschauer die Wahl zwischen einem Bummel entlang der Verkaufsstände mit mittelalterlichen Waren wie Waffen oder Gewändern und anderen "Zerstreuungen". Vor der Remise spielte die Musikgruppe Fafnir und hier konnten sich die Zeitreisenden mit Speisen und Getränken, zum Beispiel Kirschbier oder Honigmet versorgen und dabei jener Begeisterung auf den Grund gehen, die seit Jahren mehr und mehr Menschen Interesse fürs Mittelalter entwickeln lässt.

Außerdem auf dem Programm standen die Auftritte von Gauklern, diverse Schaukämpfe auf der großen Wiese und sogar eine spektakuläre Feldschlacht. Es wurde einiges geboten auf Gut Graefenthal bis es abends immer hieß: "Das Volk möge sich trollen."

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