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Uedemerbruch
Autorenlesung in der Bücherei Uedemerbruch

Uedemerbruch. Thomas Hesse und Renate Wirth hatten gemeinsam mit der kfd Uedemerbruch zum gemütlichen Abend eingeladen.

"Das ist ja ein Gruppenbild mit Mann", stellte Renate Wirth beim Blick in die Runde schmunzelnd fest.

Im Rahmen seiner "Jubiläumslesung" stellte das Autorenduo Thomas Hesse und Renate Wirth seine "Best of"-Szenen in den Räumlichkeiten der Uedemerbrucher Bücherei vor. "Es sind zumindest die Stellen, die wir für die Besten halten", erklärte Thomas Hesse lachend. Zudem präsentierten die Xantenerin und der Weseler mit diesen teils spannenden, teils witzigen Passagen die tragenden Charaktere ihrer Regionalkrimis. Die animieren ihre Leser immer wieder zu ganz besonderen Geschenken, von denen sie einige mitgebracht hatten. So machten handgearbeitete Eulenhandschuhe oder gebastelte Spinnen-Stövchen die Runde durch die vollbesetzten Zuhörerreihen.

Mindestens so spannend wie die Krimipassagen fanden die Besucher der Kooperationsveranstaltung der kfd Uedemerbruch sowie der Bücherei die Anekdoten, die die Autoren aus rund zwölf Jahren Zusammenarbeit preisgaben. "Es passiert nur einmal im Leben, dass man jemanden, den man flüchtig kennt, zufällig an einer Straßenecke trifft und sich verabredet, gemeinsam ein Buch zu schreiben", waren sich Renate Wirth und Thomas Hesse einig.

Einigkeit sei in der Schaffensphase allerdings nicht immer der Fall. Da sorgen unterschiedliche Gedankengänge zur Entwicklung der Geschichte auch schon mal für 14 Tage Funkstille, in der jeder für sich die Ideen des Anderen überdenken muss. Gleichgesinnt sind sie jedoch, was ihre Leichen betrifft. "Wir wollen kein Gemetzel in unseren Krimis. Es darf Tote geben, aber wir müssen nicht bis ins letzte Detail beschreiben, wie die Kugel in den Kopf eingedrungen ist und das Gehirn zerfetzte", erklärte Thomas Hesse. Wichtiger sei es, die Handlungsorte korrekt zu recherchieren. "Das gehört bei unseren Büchern einfach dazu, dass wir uns die Orte, die Stimmungen und die Leute ganz genau angeschaut haben. Deshalb sind unsere Niederrheinkrimis auch ein bisschen wie Heimatbücher", erklärte Thomas Hesse lächelnd.

Nach einer Zwiebelkuchen-Pause nahm die Veranstaltung mit "Marlenes Chauffeureinsatz" aus "Das schwarze Schaf" noch einmal Fahrt auf. In diesen Tagen erscheint der zehnte Tiertitel-Krimi des Schriftsteller-Duos, "Der Storch". "Von zehn Büchern ist es uns in neun Büchern nicht gelungen, den von uns geplanten Schluss zu schreiben. Bei uns leben die Szenen, entwickeln sich eigenständig." Daher überrasche die Autoren das Ende meist ebenso wie die Leser. "Wir schreiben nicht. Wir ermitteln quasi auf 200 Seiten", erzählte Renate Wirth.

(rih)
 
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