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Goch-Pfalzdorf
Bahn prüft Haltestelle in Pfalzdorf

Goch-Pfalzdorf: Bahn prüft Haltestelle in Pfalzdorf
Derzeit prüft die Deutsche Bahn, ob der Bahnhof in Pfalzdorf ausreichend Potenzial für die Errichtung einer Haltestelle bietet. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch-Pfalzdorf. Die Bahn hat eine Studie erarbeitet, die untersucht, wo es sinnvoll wäre, neue Haltestellen einzurichten. Auf dieser Liste soll auch der Bahnhof Pfalzdorf stehen. Stadt und Kreis würden einen zusätzlichen Haltepunkt begrüßen. Von Sebastian Latzel

Das etwas verblasste Schild am Gebäude erinnert noch heute daran: "Pfalzdorf" steht am weißen Haus an der Motzfeldstraße, an dem bis 1992 die Züge hielten. Danach endete die Geschichte von einer eigenen Haltestelle in Pfalzdorf. Jetzt scheint es so, als wenn die Idee von einem Haltepunkt in dem Gocher Ortsteil wieder auflebt. Die Deutsche Bahn hat für ihre Stationsoffensive ein internes Papier erarbeitet, auf dem mögliche neue Haltepunkte verzeichnet sind. Bundesweit sind es 350, in Nordrhein Westfalen 120 und darunter soll auch Goch-Pfalzdorf sein, berichten mehrere Medien.

Offiziell will sich die Bahn noch nicht zu dem Papier äußern. "Wir haben in einer Studie mögliche neue Standorte für Haltepunkte identifizieren lassen. Das ist Grundlage für Gespräche mit dem Land", erläutert eine Bahnsprecherin. Zu konkreten Standorten wollte sie keine Auskunft geben. Sie verwies aber darauf, dass es darum gehe, sich all die Stellen anzusehen, an denen ein Haltepunkt Sinn machen könnte.

Und Sinn würde ein Halt in Pfalzdorf machen, das findet auch die Gocher Stadtverwaltung. "In Goch gibt es viele Pendler Richtung Düsseldorf, da wäre es sinnvoll, wenn die Haltestelle dort wieder verfügbar wäre", sagt Stadtsprecher Torsten Matenaers.

Den Wunsch zur Reaktivierung der Haltestelle gebe es schon länger in dem Ortsteil, in dem immerhin rund 6500 Einwohner leben. Ein eigener Bahnhof dort würde auch zur Entlastung der Parksituation am Gocher Bahnhof führen. "Aber um das richtig bewerten zu können, müssen wir erst noch genau die Details kennen", sagt Matenaers. Vor allem was die Finanzierung angeht. Denn auch die Kommunen sollen für neue Bahnhöfe wohl in die Tasche greifen. Das Bahnhofsgebäude in Pfalzdorf gehört der Bahn, bisher hat sie vergeblich versucht das Objekt zu verkaufen.

Die möglichen Kosten sind auch für den Kreis Kleve ein Knackpunkt. "Diese Dinge müssten erst einmal geklärt sein", sagt Pressesprecherin Elke Sanders. Der Kreis sehe eine zusätzliche Haltstation sehr positiv. Das würde das Angebot in der Region erhöhen. Gerade auch um die Erreichbarkeit der Hochschule noch zu verbessern. Wie mehrfach berichtet, sind bei Studenten vor allem Wohnungen direkt an der Zuglinie gefragt. Schließlich ist der Bahnhof in Kleve nur einen Steinwurf vom Unicampus entfernt. Erste Gespräche zur Stationsoffensive zwischen Bahn und Land habe es bereits gegeben, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums mitteilte. Es gebe aus Sicht des Landes ein großes Interesse an dem Thema, daher werden die Gespräche demnächst fortgesetzt. In die sollen auch die zuständigen Verkehrsverbünde einbezogen werden, für Goch wäre das der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR). Dort ist man noch zurückhaltend und verweist darauf, dass es erst einmal Gespräche zwischen Bahn und Land geben müsse.

Neu sind die Pläne auch für die Nordwestbahn, die den Niers Express betreibt. "Wir würden erst ganz am Ende ins Spiel kommen, wenn es um die Details geht und etwa die Frage, ob genug Puffer im Fahrplan für einen zusätzlichen Halt ist", so ein Sprecher des Unternehmens.

Aus der Sicht der DB kommen Standorte infrage, an denen Kunden gewonnen werden können. Wo es pro Tag 350 neue Fahrgäste geben könnte und Einnahmen von 300 000 Euro im Jahr. Ob der Bahnhof in Pfalzdorf dieses Potenzial habe, muss erst geprüft werden.

Quelle: RP
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