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Heimat genießen in Goch
Bauer Hesseling angelt "Gocher Bergforellen"

Heimat genießen in Goch: Bauer Hesseling angelt "Gocher Bergforellen"
Bernd Hesseling (links) mit Mitarbeiter Bekim Ceylan an einem der Becken, die mit Brunnenwasser gespeist werden. FOTO: KLAUS-DIETER STADE
Goch/Uedem. Ab heute ist es so weit: Fischfreunde können fangfrische Forelle aus heimischer Produktion auf den Tisch bringen. Bernd Hesseling verkauft im Bauernmarkt "Lindchen" Fische aus eigenen Teichen. Von Anja Settnik

Was tut sich am Gocher Berg: Rund zweieinhalbtausend kleine bis 400 Gramm schwere Fische schwimmen in mehreren Becken umher, um in Kürze dem Feinschmecker zur Verfügung zu stehen. Denn Bernd Hesseling, Landwirt mit überregional bekanntem Bauernmarkt, hat als Alternative neben Spargel und "Pfalzdorfer Landschwein" für Karfreitag auch die "Gocher Bergforelle" zur Verfügung. "Fisch ist gesund und außerdem sehr lecker", sagt der Mann, der nicht nur produziert und mit seinem großen Team verkauft, sondern diese auch an die Gastronomie liefern möchte.

"Der Bauer angelt" soll künftig auf dem Lindchen-Lkw stehen. Ob der aufgemalte Berg so bleibt oder doch aus dem Logo verschwindet - mal sehen. "Aber wir haben hier ja tatsächlich einen Höhenzug" sagt Hesseling schmunzelnd und zeigt auf das Stück Stauchmoräne, das dem "Gocher Berg" und jetzt eben auch dem Fisch seinen Namen gab.

"Ich hatte schon vor vielen Jahren vor, unser Sortiment um Fische zu ergänzen", sagt der Bauer, der zehn Jahre brauchte, um die Becken herzurichten. Vieles war nötig, um dicht an der Niers Forellenteiche anzulegen. Jetzt kann's losgehen. "Zur Premiere werden wir etwa 140 Stück anbieten - wer zuerst da ist, hat Glück", erklärt der Bauer. Der Großteil der Fische schwimmt noch im "Kinderbecken" umher. Ihre Versorgung übernimmt ein Mitarbeiter, der zum Fischspezialisten ausgebildet wurde.

Nach einer Zwischenstation in einem zweiten Becken kommen die größeren Tiere in einen kleineren Bereich, bis die Schlachtreife von 400 Gramm erreicht ist. Aus einem dritten, kleineren Becken werden sie schließlich mit Keschern herausgeholt. Das Fangen und Schlachten ("Schlagen" sagt der Fachmann) ist reine Handarbeit. "In Frankreich gibt es Betriebe, die bringen die Tiere durch Stromschläge ins Jenseits, aber das bedeutet für sie Stress, der sich auf den Geschmack niederschlägt. Bei uns werden sie die letzten zwei, drei Tage auf Diät gesetzt", erklärt er. Das geschieht in einem unterirdischen Raum, in dem die Tiere sofort im Anschluss in Transportkörbe voll selbst produziertem Eis gelegt werden. "Am selben Morgen werden sie ins Geschäft gebracht und fangfrisch verkauft", erklärt Chef-Verkäufer Tekin Ceylan, den jeder aus dem "Lindchen" kennt. Was bis zum Abend nicht aus der Kühltheke verschwunden ist, wird geräuchert. "Wir räuchern gleich bei den Teichen in einem Räucherofen über Erlenholz", sagt der Bauer Hesseling. Das Holz dazu wächst in der Nachbarschaft in den Niersauen. Nach drei Stunden im Rauch ist das zarte Fisch-Fleisch haltbar gemacht und mit dem typischen Aroma veredelt. "So kann ab jetzt jeder jeden Donnerstag für den klassischen Fischtag am Freitag die Bergforelle am Lindchen bekommen", freut sich Hesseling.

Quelle: RP
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