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Goch
Baumhäuser für das Irrland

Goch: Baumhäuser für das Irrland
So sollen sich die Baumhäuser später im Irrland präsentieren. Dort sollen Besucher später auch übernachten können. FOTO: Tripsdrill
Goch. Der Kevelaerer Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung bekam erste Planungen vorgestellt. Prozess dauert noch einige Jahre. Landesplanung ist zu beteiligen. Auch ein besseres Verkehrskonzept soll kommen. Von Michael Klatt

Es wird noch einige Jahre dauern, doch der Prozess läuft: Der Freizeitpark Irrland in Twisteden soll mit einfachen, naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten ergänzt werden. Erste Planungen dafür wurden im Kevelaerer Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung vorgestellt. "Die Resonanz war nicht einhellig, aber im Grunde positiv", berichtete Franz Heckens, Leiter der Abteilung Stadtplanung, über die Reaktionen der Politiker.

Johannes und Josie Tebartz-van Elst, die Betreiber von Irrland, hatten laut Heckens den Wunsch nach günstigen Übernachtungsmöglichkeiten geäußert. Sie wollen entsprechenden Nachfragen von Besuchern gerne nachkommen und hatten sich unter anderem bei anderen Freizeitparks Anregungen geholt.

"Die Idee, sehr einfache, abenteuerliche Baumhäuser anzubieten, entwickelte das Irrland-Team durch Selbsterfahrung im süddeutschen Raum", schreibt das Planungsbüro Seeling + Kappert aus Wemb, welches das Projekt begleitet. Kinder, die in heutigen Betonwüsten aufwachsen müssen, seien fasziniert von dieser Art des Naturerlebens zusammen mit ihren Eltern. Dabei lege das Irrland-Team bewusst Wert auf absolute Naturnähe, das heißt einfach Baumhäuser aus Holz, ohne Fernseher und Internet. Sanitäranlagen sollen in einem zentralen Gebäude untergebracht werden. Parkplätze stehen im angrenzenden Irrland zur Verfügung. Die Verwaltung würde vom Freizeitpark aus erfolgen. Die Buchungszeiten seien an die Irrland-Öffnungszeiten von März bis Oktober gebunden.

Das Baumhaus-Areal schließt nach der derzeitigen Planung an die südwestliche Ecke des Irrlands an. Die insgesamt etwa sieben Hektar große Fläche ist in drei Abschnitte unterteilt. Abschnitt eins mit rund 1,9 Hektar direkt am Park bietet Platz für rund 20 Baumhäuser und das zentrale Sanitärgebäude. Der zweite Abschnitt soll, je nach Nachfrage, Erweiterungen ermöglichen. Im dritten Abschnitt ist vorgesehen, den Nadelwald nach und nach in einen Laubwaldbestand zu überführen und gegebenenfalls weitere Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen.

Nach Angaben von Seeling + Kappert gibt es auch weitere Überlegungen und Vorgespräche zur Optimierung des Verkehrskonzeptes, um an den Spitzentagen den hohen Besucherandrang bewältigen zu können. "Dabei wird über mögliche Entlastungen der Ortschaft Twisteden und ein verbessertes Parkplatzsystem nachgedacht." Über eine Rechtsabbiegespur von der Straße Im Auwelt könnte der Verkehr noch nördlich der Wohnbebauung auf den Parkplatz geleitet werden. Für den Knotenpunkt mit dem Kreisverkehr und die Anwohner würde dies zu einer Entlastung führen. Dafür ist laut Heckens der Kreis zu beteiligen. Und auch sonst sind bis zur Realisierung noch viele Planungsschritte erforderlich. "Wir müssen zunächst die Rechtskraft des Regionalplanes abwarten", gab er zu bedenken. Immerhin habe die Stadt es im Beteiligungsverfahren erreicht, dass die Baumhäuser nicht unmöglich wären. Gilt der neue Regionalplan, was noch einige Monate dauern dürfte, sei eine ebenfalls relativ langwierige Flächennutzungsplanänderung erforderlich. Und nicht auszuschließen ist derzeit, dass auch ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung mehrheitlich, das Verfahren zur Realisierung der Planungen zu begleiten.

Die Grünen jedoch sorgten für zwei Gegenstimmen. Wie Heckens angab, bestehen bei ihnen Bedenken wegen der Nutzung des Waldes. Heckens: "Wie groß der Eingriff in den noch relativ jungen Baumbestand wird, ist noch offen."

Auf jeden Fall aber werde es entsprechende Ausgleichsmaßnahmen geben.

Quelle: RP
 
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