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Goch
B.O.S.S. insolvent - aber es gibt Interessenten

Goch. 64 Mitarbeiter verlieren ihren Job / Am Ende des Jahres wird das Unternehmen endgültig schließen. Von Peter Janssen

Das an Tradition reiche, aber an liquiden Mitteln arme Unternehmen B.O.S.S. Medien ist nicht mehr zu retten. Ende des Jahres wird die Druckerei schließen. Wie die Rheinische Post bereits in der vergangenen Woche berichtete, hatte Geschäftsführer Dirk Engelen am 22. November beim Amtsgericht Kleve den Antrag auf Aufhebung der Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht Kleve hat dem Antrag stattgegeben und Rechtsanwalt Horst Piepenburg aus Düsseldorf zum Insolvenzverwalter bestellt. 64 Mitarbeiter verlieren ihren Job, darunter sind 20 geringfügig Beschäftigte. Ein Jahr wurde gegen die drohende Pleite gekämpft. Vergebens, wie sich jetzt zeigt.

Das Unternehmen genießt in der Branche einen hervorragenden Ruf und wird mit Preisen überhäuft. Noch im November hatten die Drucker aus Goch die Bronze-Medaille als "Buchdrucker des Jahres 2016" erhalten. Die hohe Qualität der Erzeugnisse aus dem Hause B.O.S.S ist dafür verantwortlich, dass es bereits erste ernsthafte Gespräche mit Interessenten gegeben hat. Rechtsanwalt Dr. Peter C. Minuth von der Kanzlei Piepenburg-Gerling Rechtsanwälte sagte gestern zu dem Sachverhalt: "Das kann ich bestätigen, doch möchte ich das derzeit nicht weiter kommentieren." Auch zu der Höhe der Verbindlichkeiten wollte Minuth sich noch nicht äußern. Der größte Einzelgläubiger ist ein Kreditinstitut.

Das Ende des Unternehmens ist besonders bitter, da man so gut wie gerettet war. Geschäftsführer Dirk Engelen (46) sagte: "Wir standen vor der Ziellinie, es fehlte nicht mehr viel. Doch dann kam der extrem schlechte Oktober, der normalerweise im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäfts der umsatzstärkste Monat ist." Laut Engelen steht die gesamte Branche seit Jahren unter enormem Druck. "Wir haben mit Internetdruckereien zu kämpfen. Es gibt genügend Kapazitäten auf dem Markt", erklärt er. Die angenommenen Aufträge werden noch abgearbeitet, dann ist Schluss.

Quelle: RP
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