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Goch/Weeze
Bürgerhaus in Gold oder Blech packen?

Goch/Weeze. Diese Frage stellt sich Johannes de Ryk mit Blick auf Weezes gute Stube, die der CDU-Politiker als eine echte Perle im Ortskern bezeichnet. Jetzt steht die Außengestaltung im Raum. Was will die Gemeinde dafür ausgeben? Von Sebastian Latzel

Johannes de Ryk beschrieb es geradezu lyrisch. "Wir haben hier eine echte Perle im Ortskern, jetzt ist nur noch die Frage, packen wir sie in Gold oder Blech", meinte der CDU-Politiker mit Blick auf das neue Bürgerhaus, das jetzt eröffnet wurde. Für das Haus selbst gab es von allen Seiten Lob. Doch nun geht es an die Außengestaltung des Areals in der Nachbarschaft. Und da ist die Frage: Was will die Gemeinde hier investieren?

Christoph Parade, der bereits das Bürgerhaus geplant hat, hat auch ein Konzept für den Außenbereich vorgeleget. Geschwungene Wege ziehen sich durch den Park, es gibt eine Außenterrasse, ein Radweg soll den Abschluss des Geländes bilden. Für den Bodenbelag schlägt er rote Klinkersteine vor, auch ein Rosenbeet ist Teil der Anlage. "Die Anlage soll Durchgang und gleichzeitig Ruheanlage sein", so seine Idee.

Seine Pläne stoßen bei Politik und Verwaltung auch durchaus auf Zustimmung. Es gibt nur ein Problem: Bei den Kosten liegen Konzept und Budgetgrundlage weit auseinander. 451.000 Euro sind netto veranschlagt, nach der Kostenschätzung von Parade würde das von ihm entwickelte Konzept 572.900 Euro kosten. Das macht eine Differenz von 121.800 Euro. Eine Summe, die real weit höher liegt, wie Wilhelm Moll vom Bauamt erläuterte. Zu den Nettokosten müssten noch die Mehrwertsteuer sowie die Planungsleistungen hinzugerechnet werden. Demnach liegt die Differenz bei etwa 250.000 Euro.

Parade hatte eine Liste mit möglichen Einsparmöglichkeiten mitgebracht. So ließen sich etwa 40.000 Euro (netto) sparen, wenn der Parkplatz als Schotterplatz gelassen wird. Auch der Radweg könnte erst einmal weggelassen werden, das würde auch wieder 17.000 Euro sparen. Kosten könnten auch gespart werden, wenn die Wege im Park nur als einfache Betonwege oder mit einer wassergebunden Decke ausgestattet werden. "Wichtig ist mir, dass erst einmal das Gesamtkonzept akzeptiert wird", sagt Parade. Aus seiner Sicht solle man auf keinen Fall auf die Terrasse verzichten, die habe Priorität. Ein Schotterweg als Parkplatz sei nicht schön, aber wenn Geld fehle, müsse man eben damit leben.

Die Politik will sich in Ruhe mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigen. Der Ausschuss-Vorsitzende Guido Gleißner (CDU) gab dem Architekten mit auf den Weg, bis Anfang dieser Woche eine Kostenaufstellung für die Alternativen vorzulegen. Dann werden sich die Fraktionen damit beschäftigen und am 25. Oktober im nächsten Bauausschuss dazu eine Entscheidung fällen. Die müsste dann im Rat am 3. November abgesegnet werden. Mit Bezug auf den Hinweis von Professor Parade, dass ja nicht alles gleich am Anfang realisiert werden müsse, gab sich auch Gleißner poetisch: "Die Frage für uns ist jetzt, in welcher Geschwindigkeit verpacke ich die Perle?"

Quelle: RP
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