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Bürgermeisterwahl Goch und Uedem
Stichwahl in Goch - Weber-Triumph in Uedem

Goch. Während Rainer Weber in Uedem mit mehr als 80 Prozent ein beeindruckendes Ergebnis einfährt, fällt die Entscheidung in Goch erst am 27. September. Dann kommt es zum Duell zwischen Ulrich Knickrehm und Heinz van Baal. Von Michael Baers und Ludwig Krause

Ulrich Knickrehm ist der große Gewinner des Wahlabends in Goch. Mit 42,91 Prozent konnte sich der BFG-Kandidat deutlich gegen Heinz van Baal (31,55 Prozent) durchsetzen - und zwingt den Christdemokraten so in die Stichwahl am 27. September. "Ich hatte schon gehofft, in die Stichwahl zu kommen. Mit dieser Eindeutigkeit hätte ich aber nicht gerechnet", sagte Knickrehm bei Gochs zentraler Wahlparty im Kastell. Das Motto "Zeit für Wechsel" habe den Nerv der Wähler anscheinend getroffen. "Heute Abend werden wir feiern, in den nächsten 14 Tagen wollen wir aber genauso Wahlkampf machen wie bisher und möglichst präsent sein", sagte Knickrehm.

Deutlich weniger zum Feiern zu Mute war gestern der CDU und deren Spitzenkandidat Heinz van Baal. "Natürlich bin ich über das Ergebnis enttäuscht", sagte van Baal. Man werde sich jetzt beraten, wie man das Ruder noch zu seinen Gunsten herumreißen könne. "Wir werden für die Stichwahl alles geben." Mehr wolle und könne er an so einem Abend nicht sagen. Vor allem dass das BFG in den Ortsteilen, die Jahrzehnte CDU-Bastion waren, krachende Gewinne einfahren konnte, kam für viele Beobachter überraschend. "Da wurden meine Knie kurz weich", sagte Knickrehm.

 

Auch wenn es noch keinen eindeutigen Gewinner gibt - eine Verliererin steht in Goch bereits fest: SPD-Kandidatin Bettina Trenckmann ist mit 25,54 Prozent ausgeschieden. "Natürlich bin ich enttäuscht. Ich konnte mein Ergebnis ungefähr halten, damit kann ich leben", sagte Trenckmann, die bereits zum vierten Mal kandidierte. Ob sie sich eine weitere Kandidatur vorstellen könne? "Wohl eher nicht. Ich denke, dann bin ich zu alt."

In Uedem heißt es seit gestern "Es war einmal" für den Bürgermeisterkandidaten Heinz Bömler, der die Schustergemeinde vom Rathaus aus in eine Märchenstadt verwandeln wollte. Amtsinhaber Rainer Weber konnte im Vergleich zur Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren sein damals schon beeindruckendes Ergebnis um fast 13 Prozent steigern und landete diesmal bei spektakulären 83 Prozent. Kontrahent Bömler erhielt von den 3507 in Uedem abgegebenen Stimmen (Wahlbeteiligung 52 Prozent) 569 und damit nur 16,72 Prozent. Dennoch sagte der 73-Jährige nach Bekanntgabe des Ergebnisses, dass er nicht enttäuscht sei. "Die SPD war damals sehr mutig, als sie mich als Kandidaten aufgestellt hat, dafür danke ich ihr und auch denen, die mir ihre Stimme gegeben haben. Das Ergebnis nehme ich jetzt auf meine Kappe, das Wahlprojekt mal ein bisschen schräg anzugehen, ist offenbar nicht angekommen." Wahlsieger Weber wurde deutlicher: "Die Bürger haben sich das nicht bieten lassen und die Frage ist, ob das alles nicht nur ein PR-Gag der SPD war." Ein PR-Gag, der nach hinten losging.

  

Weber: "Ich bin sehr glücklich, das ist ein super Ergebnis und ein großer Vertrauensbeweis. Jetzt trinken wir ein Bier oder zwei und dann geht es morgen wieder an die Arbeit."

Auf die Frage, ob mit der Niederlage nun auch das Projekt Märchenstadt Uedem erledigt sei, sagte Bömler: "Das können wir nach wie vor machen, aber jetzt muss man mich einkaufen."

Quelle: RP
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