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Goch
Büttenredner-Studium geht ins zweite Jahr

Goch: Büttenredner-Studium geht ins zweite Jahr
Ein Beispiel für viele: Der "Stallbursche vom Huckschen Hof" sorgte mit seiner Bütt bei der diesjährigen Prinzenkür für gute Unterhaltung. FOTO: EVERS
Goch. Während andernorts der Rosenmontagszug nachgeholt wird, planen jene Gocher Karnevalisten, die auf der Bühne stehen werden, schon die nächste Session. Dabei hilft das Studium Carnevale der Vrouwenpoort. Von Monika Hartjes

Der Karneval ist jetzt erst einmal vorbei - zumindest in Städten wie Goch, in denen der Rosenmontagszug nicht nachgeholt werden muss. Dennoch gilt für die Narren die Regel "nach der Sitzung ist vor der Sitzung", und so steht der eine oder andere Karnevalist schon wieder in den Startlöchern und sammelt Witze und Anekdoten für seine Büttenrede 2017. "Leider gibt es immer weniger Büttenredner", haben Vrouwenpoort-Vorsitzender Josef Polders und seine Mitstreiter festgestellt. Einige der alteingesessenen Vorträger, die auf der eigenen Kappensitzung für Spaß sorgten, hörten aus Altersgründen auf. Und so initiierten sie bereits 2014 ein Büttenredner-Seminar, um Nachwuchs zu bekommen. "Das war ein großer Erfolg. Von den zwölf Teilnehmern damals standen in der vergangenen Session etwa die Hälfte auf der Bühne", freut sich der Vorsitzende der Pumpengemeinschaft.

Um weitere Büttenredner "auszubilden", wird im September/Oktober dieses Jahres ein zweites Seminar angeboten. Es ist offen für alle Karnevalisten, egal welchen Alters. "Beim ersten Kurs waren die Teilnehmer zwischen zwölf Jahren und Mitte 40", erzählt Polders.

Josef Polders, Vorsitzender der Pumpengemeinschaft. FOTO: EVERS

Neben Talent und natürlich viel Humor brauchen Büttenredner aber auch gewisse Grundlagen, wie man eine Bütt vortragen kann. Die werden im Seminar unter anderem vermittelt. "Da gibt es die Bütt in Reimform, andere erzählen eine Anreihung von Witzen, einige geben Gesangseinlagen, wieder andere sprechen über ein Thema, beispielsweise einen Spaziergang durchs Dorf", so Polders. "Wenn man dann noch den einen oder anderen bekannten Namen bei einem passenden Witz einsetzt und so Lokalkolorit mit hineinbringt, ist der Erfolg schon fast vorprogrammiert."

Es gibt einige wenige Originale, die ihre Reden auf Platt halten. Aber leider nehme das immer mehr ab, weil auch das Publikum nicht mehr alles verstehe. Und dann könne es schnell schon mal unruhig werden im Saal, so Polders. "In der Bütt wird der Narr zum Leben erweckt. Er hält den Spiegel vor." Man müsse darauf achten, dass eine Büttenrede niemals verletzend oder kränkend sein darf. Und dann komme es ja auch noch darauf an, wie so eine Bütt vorgetragen wird - der Redner muss das passende Kostüm wählen, Mimik und Gestik einsetzen. Alles gar nicht so einfach.

In dem Büttenredner-Seminar, das an vier Abenden - 12. und 26. September, 10. und 24. Oktober, jeweils von 19 bis 21 Uhr - im Steintor stattfindet, wird das alles gelehrt. Und damit auch jeder nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch gefordert werden kann, ist die Teilnehmerzahl auf zwölf begrenzt. Jeder "Neuling" bekommt, wenn gewünscht, einen Doktor aus der Vrouwenpoort-eigenen Narrenakademie als Paten an die Hand, der ihn auf seinem Weg zum Büttenredner begleitet und Tipps gibt.

Kein geringerer als Dr. Humoris Vrouwenportius Röb Miesen wird den Büttenredner-Kurs leiten und aus seinem langjährigen Erfahrungsschatz Wissen weitergeben. Das Seminar ist kostenlos, eine Anmeldung unter Telefon 02823 88534 oder per E-Mail an info@polders.de erforderlich. "Wir waren erstaunt, welche Talente beim letzten Mal dabei waren. Es wäre schön, wenn sich auch diesmal engagierte Karnevalisten für den neuen Kurs anmelden, damit die Tradition des Büttenvortrags nicht von der karnevalistischen Bühne verschwindet", hofft Josef Polders.

Quelle: RP
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