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Goch
Bundestrainer unterrichtet am GoGy

Goch: Bundestrainer unterrichtet am GoGy
Die Futsal-AG am Gocher Gymnasium wird von Georg von Coelln trainiert. FOTO: KLAUS-DIETER STADE
Goch. Am Gocher Gymnasium gibt es eine Futsal-AG. Geleitet wird sie von Georg von Coelln, der auch die deutsche Futsal-Studenten-Auswahl trainiert. Der Gocher war einst selbst Schüler des GoGy. Von Antje Thimm

Halbzeit in den Herbstferien. Doch schon in wenigen Tagen geht es wieder los an den Schulen und dann gibt es auch wieder das allseits bekannte Phänomen: Es ist Freitagmittag, die sechste Stunde ist zu Ende, der Akku leer, das Wochenende fängt an.

Doch für 17 Schüler des Gocher Gymnasiums gilt das künftig nicht mehr. Denn sie treffen sich dann in der Turnhalle mit ihrem Sportlehrer Ulf Baak und dem Bundestrainer Georg von Coelln, um noch eine Runde Futsal zu spielen. Dazu wurde in diesem Schuljahr erstmals eine gleichnamige Arbeitsgemeinschaft am GoGy ins Leben gerufen.

Futsal ist eine hierzulande noch weitgehend unbekannte Sportart. "Das ist das Beste aus allen Sportarten", sagt Georg von Coelln vom Universitäts-Futsal-Club-Münster und Bundestrainer der deutschen Futsal-Studenten-Auswahl begeistert und erklärt, dass diese Variante des Hallenfußballs mit einem ganz eigenen Regelsystem auf dem Handballfeld gespielt wird. Der Ball ist im Vergleich zum Rasenfußball kleiner und sprungreduzierter. Ein Futsal-Spiel dauert zwei mal zwanzig Minuten mit einer 15-minütigen Halbzeitpause. Es gibt eine Nettozeit, das heißt, bei Auszeiten oder Unterbrechungen, wenn der Ball außerhalb des Spielfeldes ist, wird die Zeit angehalten. Wie im Basketball bestehen die Mannschaften aus jeweils fünf Spielern.

"Abseits" gibt es übrigens nicht, wie im Regelwerk nachzulesen ist. Und der "Einwurf" erfolgt nicht wie beim Fußball auf dem Rasen von Hand, sondern mit dem Fuß.

"Ihr müsst den Ball mit der Sohle verarbeiten und weitergeben", heißt die Anweisung des Trainers an die Teilnehmer der AG. Die Schüler aus verschiedenen Jahrgangsstufen kicken begeistert den kleinen schnellen Ball, dessen Eigenschaften erst einmal ausgetestet werden müssen. "Dieser Ball ermöglicht ein kontrolliertes, dynamisches Kurzpassspiel", ergänzt Sportlehrer Ulf Baak, der die Futsal-AG mit betreut.

"Für mich ist das eine schöne Alternative zum Fußball", sagt Mira Arlt aus der siebten Klasse. Philipp van der Wielen aus Jahrgangsstufe neun macht Leichtathletik und Triathlon. "Ich habe auch Spaß am Fußball, deshalb mache ich hier mit", erklärt er.

Georg von Coelln, selbst ehemaliger Schüler des Gocher Gymnasiums, entdeckte Futsal während seines Studiums, als er einmal zu einem Futsal-Turnier in Portugal zu Gast war. "Futsal ist sehr gut geeignet für den Schulsport", erläutert er, "es gibt weniger Verletzungen als beim Rasenfußball, das Spiel ist technisch anspruchsvoll und fördert in hohem Maß die Koordination." Er weist darauf hin, dass zum Beispiel in Südamerika, wo in Kolumbien jüngst der Futsal World Cup 2016 stattfand (im Finale siegte Argentinien über Russland), diese Sportart gerade im Bereich Jugendsport sehr intensiv betrieben wird. Aus dem portugiesischen Begriff für Hallenfußball "futebol de salao" und dem spanischen "futbol sala" leitet sich auch das Wort her.

Für die 17 Futsal-Spieler am Gocher Gymnasium ist die wöchentliche Teilnahme an der AG freiwillig. Schulleiter Christoph Peters freut sich, dass so viele Schüler Spaß daran haben. "Die Futsal-AG ist eine von 24 sehr verschiedenen Arbeitsgemeinschaften aus zahlreichen Interessengebieten und Teil des ganzheitlichen Förderkonzepts unserer Schule," erklärt er.

Quelle: RP
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