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Goch
Bunter Erntedankzug in Hommersum

Goch: Bunter Erntedankzug in Hommersum
Natürlich war auch das Hommersumer Kindererntekönigspaar Frederik Weber und Marie Evers (Bildmitte) mit von der Partie. FOTO: KLAUS-DIETER STADE
Goch. Mit vielen geschmückten Wagen und Fußgruppen beging der Gocher Ortsteil den traditionellen Festumzug durchs Dorf. Besonders auffallend am Wochenende war, dass sich auch der Nachwuchs stark engagiert. Von Manfred Kotters

Hommersum: 1946 war das Jahr des Neuanfangs in Deutschland: das Land Nordrhein-Westfalen und die Rheinische Post gingen in die erste Runde. In Hommersum wollte man ebenfalls nach der schweren Zeit wieder an die Freuden des Lebens und an die Zukunft denken. So kam auch Pastor Josef Meyer damals auf die Idee, das Erntedankfest zu gründen.

In erster Linie sollte die Jugend aktiviert und motiviert werden - und genau das klappt in dieser Form mittlerweile schon seit sieben Jahrzehnten. Und gerade in diesem Jahr zeigten die jungen Leute, dass sich bei ihnen nicht nur alles um "WhatsApp" und "Pokemon Go" dreht, sondern dass sie auch ihre findigen Ideen verwirklichen können und dass sie außerdem bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

So ist Maria Sanders, seit Anfang des Jahres erste Vorsitzende des Hommersumer Heimat- und Verschönerungsvereins, der federführend das Erntedankfest organisiert, gerade erst 24 Jahre alt. Die große Schar der restlichen Hommersumer Landjugend engagierten sich in etlichen Belangen des Festes aktiv: am Samstag hatten sie mit viel Liebe zum Detail die Kirche für die Dankmesse geschmückt und daneben mit (Wort-)Beiträgen den tieferen Sinn des Festes ausgelotet.

Am Samstagabend und am Sonntagmittag präsentierten sie zudem im Festzelt zwei Tänze mit zum Teil wagemutigen Passagen. Doch damit nicht genug: in tagelanger Handarbeit hatten sie einen der Festwagen des großen Umzuges geschmückt, der von einem wummernden Lanz Bulldog (Jahrgang 1937) gezogen wurde.

Es ist in Hommersum schon lange Tradition, dass auch die übrigen Festwagen Oldtimer-Traktoren als Zugpferde haben. Alljährlich gehen die Hommersumer mit Fantasie, Ehrgeiz und Routine an die Arbeit des Wagenschmückens und heraus kommen stets wundervolle Gebilde, die von den zahllosen Zuschauern bewundert werden.

Doch der Umzug ist nur ein Teil der Würdigungen der Königspaare Bernd van de Pasch mit Anne D. und Frederik Weber mit Marie Evers (für die Kinder). Neben dem "Draußen" gibt's noch ein "Drinnen" - nämlich das abwechslungsreiche Programm im Festzelt nach dem Umzug. Trotz einiger Regenschauer hatten sich sehr viele Gäste dort eingefunden und erlebten Tänze vom Kindergartenalter bis zur bereits erwähnten Landjugend. Ein Erntedankgedicht (vorgetragen von Lennart Weber) und die launige Ansprache von Pastor Norbert Hürter rundeten das Programm passend ab.

Der Königstanz spaltete sich überraschend in den traditionellen Schneewalzer und dem stürmischen "Danz op de Dääl" auf, bevor Wilhelm Sanders, neben Karin Sanders einer der Moderatoren, resümieren konnte: "Eine Tradition geht weiter...!"

Quelle: RP
 
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