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Goch
CDU Goch will Bürger wieder mitnehmen

Goch: CDU Goch will Bürger wieder mitnehmen
Die Diskussionsrunde der CDU Goch: Dieter Üing, Helmut Rother, Moderator Christoph Kepser, Klaus Völling, Gabriele Theissen und der neue CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Andreas Sprenger, von links. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Die Idee der Klartext-Reihe kam bei der Auftaktveranstaltung, die sich vor allem mit der Zukunft der Partei beschäftigte, gut an. Es bestehe jedoch noch Ausbaubedarf, fanden einige Gäste. Weitere Gesprächsrunden sollen noch folgen. Von Sabrina Peters

Viel Hoffnung legte die CDU Goch in die Premiere ihrer Klartext-Reibe. Zum ersten Mal hatten die Politiker im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zu einer offenen Gesprächs- und Diskussionsrunde geladen. Im Mittelpunkt stand die Aufarbeitung der verlorenen Bürgermeisterwahl im September 2015 sowie das bereits bei der Kommunalwahl 2014 schlechtere Abschneiden der CDU im Vergleich zu den Jahren davor. Natürlich ging es in erster Linie darum, wie man dies in Zukunft wieder ändern könne.

Die Antwort auf die Frage, warum immer weniger Gocher die CDU wählen, schienen die Verantwortlichen jedoch schon selbst zu kennen. In der von Christoph Kepser (Antenne Niederrhein) moderierten Diskussionsrunde, an der Andreas Sprenger (neuer Fraktionsvorsitzender), Gabriele Theissen (Erste stellvertretende Bürgermeisterin und CDU-Mitglied), Klaus Völling (stellvertretender Parteivorsitzender), Helmut Rother (Parteimitglied) sowie Dieter Üing (als kritischer Bürger) teilnahmen, einigten sich die Beteiligten schnell auf eine falsche Kommunikation nach außen hin.

"Wir haben die Bürger nicht erreicht", sagte Theissen, die obendrein zugab, dass die Gocher CDU nach Jahrzehnten an der Macht schlicht verwöhnt gewesen sei. Zuspruch bekam sie dabei von Helmut Rother: "Die CDU ist getreu dem niederrheinischen Motto: Et hätt noch immer joot jejange in ihrer Wohlfühlzone geblieben." Er forderte, dass die Christdemokraten auch neue Wege gehen müssen. "Die CDU muss sich dem veränderten gesellschaftlichen Rahmen anpassen, auch andere Medien nutzen und aktueller sein", forderte Rother. In der Vergangenheit hätte die in Goch immer noch stärkste Partei dies bislang versäumt und dadurch nicht alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten erreicht. Die weiteren Teilnehmer der Gesprächsrunde und das rund 40-köpfige Publikum gaben ihm Recht.

Gabriele Theissen, die als Erste Stellvertretende Bürgermeisterin wohl am nächsten am täglichen Politikgeschehen dran ist, lobte indes mehrfach am Abend auch die bisherige Parteiarbeit. "Objektiv haben wir uns wenig vorzuwerfen. Wir haben in den vergangenen Jahren gut gearbeitet und viel auf die Beine gestellt. Darauf können wir auch ein bisschen stolz sein", sagte Gaby Theissen.

Des Weiteren habe sich etwa die Debatte um die Einführung der Parkgebühren, für die auch andere Parteien gestimmt hätten, negativ auf die CDU und die anschließenden Wahlen ausgewirkt. "Wir haben es dann versäumt, Antworten auf die Fragen zu geben und den Bürger sowie unsere Mitglieder mitzunehmen", sagte Theissen.

Mit dieser Auftaktveranstaltung zur Klartext-Reihe der CDU solle sich das zukünftig ändern, versprach die CDU. Je nach aktueller Themenlage sollen weitere Gesprächsrunden solcher Art folgen. Jetzt legten die Gocher zwar einen Grundstein dafür, neue Lösungen für die Zukunft konnten trotz einer intensiven Debatte mit dem Publikum jedoch nicht gefunden werden. Die Idee an sich kam dennoch gut an.

Nur das Ergebnis nach zwei Stunden Diskussion hätte noch besser sein können, fand beispielsweise Zuhörer Dietolf Hendricks aus Kessel. "Wenn ich ehrlich bin, bin ich nach der Sitzung nicht schlauer geworden", gab Hendricks zu.

Quelle: RP
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