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Goch-Asperden
Das alte Asperden - von 1 bis 227

Goch-Asperden: Das alte Asperden - von 1 bis 227
FOTO: Evers, Gottfried (eve)
Goch-Asperden. Jedes Haus ein Punkt auf der Landkarte - lange Zeit gab es in Asperden keine Straßennamen, sondern nur Hausnummern. Irmgard Janßen und Gustav Fleuren laden Heimatfreunde zu Bildvortrag ins Jugendheim ein. Von Anja Settnik

So viel lokale Kenntnis wie diese beiden Menschen haben nicht viele Bürger. Irmgard Janßen und Gustav Flören sagen mit Fug und Recht, dass sie jedes Haus in Asperden und seine Bewohner kennen - vor allem, wenn es sich um ein älteres Gebäude handelt. Die beiden Asperdener haben in zweijähriger Arbeit 227 Häuser und ihre früheren Besitzer in eine Powerpoint-Präsentation eingebaut, die sie am Sonntag, 22. November, ab 15.30 Uhr im Asperdener Jugendheim zeigen.

Irmgard Janßen und Gustav Fleuren. FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Wer bislang die Geschichte seines Hauses nicht so genau kennt, ist daher gut beraten, dem Vortrag zu lauschen und sich die Bilder dazu anzusehen. Die Fotos sind zum großen Teil öffentlich noch nie gezeigt worden.

Die Häuser von Asperden - der Ort zog sich von der Hervorster Straße bis Graefenthal und bis zur Hassumer Straße - waren vor 100 Jahren schlicht durchnummeriert. Straßennamen wie heute gab es noch nicht. Die Gebäude, meist bäuerliche Gehöfte verschiedener Größe, trugen die Hausnummern 1 bis 227 - und das blieb auch so bis zum Jahr 1974. Auf der Landkarte - ein Ausschnitt der Karte von Goch, die Irmgard Janßen selbst eingescannt hat, zeigen Punkte den Standort jedes einzelnen (oft nicht mehr vorhandenen) Hauses an.

Irmgard Janssen und Gustav Fleuren haben sich bei der Recherche wunderbar ergänzt, denn während sie, die von der Asperheide stammt, "die Evangelischen" gut kennt, weiß der 94-jährige Fleuren über die früheren Bewohner anderer Gebiete des Flächendorfes Bescheid. Und er war es auch, der den Grundstock zur Idee beitrug, denn der Großvater von Gustav Flören hat ein Heft geführt, das aus dem Jahr 1904 stammt und eine Namensliste enthält, die sich auf 1845 bezieht.

Johan Fleuren war Schreiner und betreute zusätzlich die Provinzial-Feuerversicherung. "Dafür musste er über alle Häuser Bescheid wissen", sagt sein Enkel. Nicht nur über die Häuser, sondern auch über die Bewohner wusste er vieles, zum Beispiel, wer wen geheiratet hatte, wie viele Kinder es gab, wann und oft auch woran die Menschen gestorben waren.

In vielen Fällen half die Einwohnerliste des Gocher Stadtarchivs. Auch Irmgard Janßen kennt sich bestens aus - am Grenzweg und in der Asperheide vor allem. "Wo ich nicht weiter wusste, habe ich geklingelt, die Leute gefragt, mir andere Kontakte vermitteln lassen. So ging es auch mit den Fotos; ab und zu konnten Auswärtige, deren Vorfahren früher in Asperden lebten, uns helfen", berichtet Janßen.

"Das hat viel Freude gemacht", sagt ihr Projektpartner mit glänzenden Augen. Flören kennt auch manche Interna: wer von den Eheleuten etwa das Geld in die Ehe mitgebracht hatte. Oder wer den Hof zugrunde wirtschaftete - aber über so etwas wird beim Vortrag sicherlich nicht gesprochen.

Wer Peters, Jansen, Erps oder Heiligers heißt, sollte unbedingt zum Vortrag kommen (alle anderen Asperdener, gerade die reiferen Semester, natürlich auch). Die Powerpoint-Präsentation wird gute zwei Stunden in Anspruch nehmen - je nachdem, wie viele Fragen zwischendurch gestellt und wie viele Dönekes erzählt werden.

Quelle: RP
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